Hat der 11. September 2001 die Welt verändert?

Katalysator 11. September

11. September

Katalysator 11. September

Kurz nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center vom 11. September 2001 gab es im wesentlichen zwei Ansichten. Die eine sprach vom 11. September als historischer Zäsur, als Datum, das die Welt verändern werde. Der anderen fehlte diese prophetische Gewissheit, sie tendierte dazu, den 11. September 2001 als ein wichtiges Ereignis zu sehen, dass aber die Welt im Ganzen nicht umwälzen würde. Zehn Jahre nach den damals so irreal wie apokalyptisch anmutenden Bildern aus ist die Frage berechtigt: Hat der 11. September die Welt verändert?

Hat der 11. September 2001 die Welt verändert?

Das wichtigste Argument, eine weltverändernde Wirkung des 11. September zu verneinen, liefern vermutlich die anhaltenden weltwirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Jahre im Gefolge der geplatzten Immobilien-Blase in den USA. Von Lehmann Brothers bis zur Euro-Krise haben wir gesehen (und sehen wir täglich), dass im globalen Maßstab exzessives Schuldenmachen und ebenso exzessives Zocken die Welt weit mehr erschüttern, als Al Quaidas Massenmord in New York dies vermochte. Die Weltfinanzkrise, die mitnichten bewältigt ist, auch wenn man dies aus der Politik seit beinahe zwei Jahren vernimmt, setzt den 11. September gewissermaßen ins Verhältnis.

Bush und Obama führen dieselben Kriege

Andererseits lassen sich zwei sehr blutige und nicht zuletzt äußerst kostspielige Kriege – in und im – nicht wegdiskutieren. Die USA haben an diesen Schauplätzen Unmengen an Menschenleben, symbolisch-politischem Kapital und Geld aufs Spiel gesetzt – bislang mit höchst unklarem Ausgang. Dass zwei so unterschiedliche US-Präsidenten wie und den gleichen rücksichtslosen Krieg führen, weit ab jeglicher UN-Resolutionen oder sonstigen Bemäntelungen, hat sehr wohl mit dem 11. September zu tun.

Datensammelwut der Geheimdienste

Wesentlich deutlicher noch zeigen sich die Folgen des 11. September aber im Explodieren der geheimdienstlichen Datensammelwut und –befugnis nicht nur im liberalen Mutterland Vereinigte Staaten. Wie auch hierzulande – man werfe im Zweifel einen Blick auf die Monumentalbaustelle namens BND-Zentrale in Berlin – hat es sich der Staat in vielen westlichen Demokratien sehr viel leichter gemacht, fundamentale Bürgerrechte im Namen der „Sicherheit“ einzuschränken oder zu beschneiden. Hier wirkte der 11. September 2001 zweifellos als Katalysator.

Angesichts der Umwälzungen in der arabischen Welt vernehmen wir gegenwärtig erste Verknüpfungsversuche der „Arabellion“ mit dem 11. September. Eine reizvolle Kombination, gewiss. Doch vor allem Material für einen nächsten Tag der Wahrheit.

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