Gedanken zur Illusion des gerechten Krieges

Im Krieg ist töten gut und pinkeln falsch

Im Krieg ist pinkeln falsch© YouTube

Im ist pinkeln falsch

Im Krieg ist töten gut und pinkeln falsch

Haben Sie das Video schon gesehen? US-Marines sind da zu sehen (nicht einmal das Pentagon dementierte), die inmitten des Krieges in mit einigem Spaß auf getötete afghanische Kämpfer urinieren. Alltag im Krieg? Ganz offensichtlich, oder haben wir Abu Ghraib, das “Kill-Team” und die dutzenden weiteren “Einzelfälle” der letzten Jahre bereits vergessen, in denen Soldaten – amerikanische, deutsche und andere – sich nicht Pressekonferenz-tauglich verhielten? Welch Überraschung, denn was passiert denn im Krieg mit unseren vielzitierten “westlichen Werten”, mit Toleranz und Humanität? Nun ja, knapp gesagt kann pinkeln im Krieg zwar falsch sein, töten aber ist grundsätzlich gut.

American Sniper

Gleichzeitig mit dem Video der urinierenden Marines erscheint in den USA ein Buch mit dem schönen, klaren Titel “American Sniper” (amerikanischer ). Auf 528 Seiten erzählt dort ein Soldat vom -Krieg, den er die “beste Zeit meines Lebens” nennt. – Scharfschütze und wie die international verfemten Marines auf YouTube – erzählt vom gezielten Töten im Krieg. Er weiß wovon er redet, denn mit 160 bestätigten “Abschüssen” (“Kills”) führt er die ewige Bestenliste des US-Militärs an. Inoffiziell wird von mehr als 250 Menschen gesprochen, die Kyle während des -Kriegs, zwischen 2003 und 2009, getötet haben soll.

Krieg als Wettkampf

Wir erfahren, dass es während des Irak-Krieges – und sicher nicht nur dort – einen regelrechten Wettkampf zwischen den Scharfschützen verschiedener Regimenter gab. Worum es dabei ging? Nun ja: Ob gezielt und einzeln erschossene Menschen, versenkte Schiffe, bombardierte Panzer oder was man noch so zählen kann; Kriegsruhm hat und hatte immer auch mit Zahlen zu tun. Und der Beste im Krieg war und ist derjenige, dessen Kerbholz getöteter Feinde die meisten Schnitzer aufweist, sei es vor Troja, Stalingrad oder Kabul. Folgerichtig ist Chris Kyle durch seine Taten zum Kriegshelden geworden, dekoriert mit allen Auszeichnungen, die in den USA für so etwas zu bekommen sind.

“Ich muss nicht töten, aber.”

Der Krieg machte Kyle aber auch verrückt. Allerdings reden wir da nicht von Gewissensbissen, wir reden vom Nicht-Aufhören-Können. 2009, es war inzwischen etwas ruhiger geworden im Irak, wurde Chris Kyle vorzeitig aus dem Krieg zurückgeholt, er klagte über Panikattacken, Herzrasen und Schweißausbrüche. “Ich muss nicht töten” sagt er heute, aber „wenn man mir meine Hirschjagd wegnimmt, kann ich für nichts garantieren.“

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