Über Olympia, Fairplay und Verdrängung

Fairplay im Spiegel

Die Vermutung des Fairplay

Fairplay ist vielleicht die wichtigste Illusion, die der transportiert. Wenn die grundlegende Annahme, im würden die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln eingehalten, nicht mehr geglaubt wird, wenn also die Vermutung des Fairplay nicht mehr gilt, wird sich niemand für den interessieren. Das ist auch der Grund, warum und so eng zusammen gehören. Angesichts des zum Teil systematischen Dopings im Spitzensport und der immer schlechter verhohlenen Profitgier der großen Sportverbände, braucht es einen enormen Verdrängungswillen, um von Fairplay als Grundsatz des Sports überhaupt noch zu sprechen.

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mit ihrer merkwürdigen Mischung aus verordneter und verkitschter Amateur-Moral, Geschäftemacherei und nationalem Ehrgeiz sind ein beispielhafter Spiegel, in dem sich Fairplay als Verdrängung selbst entlarvt. Was haben gerade deutsche Medien und Sportorganisationen auf die Spiele in heruntergeblickt: Die Hotels die nicht fertig waren, die russischen Sportler, denen man seit Sowjetzeiten ohnehin alles andere als Fairplay begegnet, und, ach ja, ein bisschen wurden ja auch Menschenrechte und Natur verletzt. Rechtzeitig zu den Spielen, war letzteres vergessen – wenn nicht schon zuvor – und es ging nur noch um den Spiegel; den mit den Medaillen.

Der heilige Medaillenspiegel

Schwarz-rot-golden glänzende Helden und Heldinnen in seltsamen bunten Kostümen sollten beweisen, dass Deutschland die erfolgreichste Wintersportnation ist. Fairplay auf allen Ebenen selbstverständlich vorausgesetzt – das sind doch unsere. Zudem war Dr. Thomas Bach doch gerade erst Präsident des Olympischen Komitees geworden. Fairplay und Transparenz natürlich auch da. Und dann? Evi Sachenbacher-Stehle wird des Dopings überführt, im Medaillenspiegel landet Deutschland noch hinter der Wintersport-Supermacht Holland nur auf Platz 5 und wie zur Illustration erreichen die Bobfahrer zum ersten Mal seit 50 Jahren nicht einen Podestplatz.

Das nationale Interesse

Fairplay zeigt sich vor allem in der Niederlage. Der gedemütigte - und Schlitten-Verband für Deutschland (BSD) aber ließ die Fairplay-Maske nach Sotchi rasch fallen: In bester staatssozialistischer Manier bestraft man nun , den nicht für Olympia nominierten Bob-Weltmeister von 2011 wegen Verletzung des “nationalen Interesses”. Machata hatte privat für teures Geld erworbene Bobkufen gemäß einer Nebenabrede des Kaufvertrags an den russischen Bob-Olympiasieger Alexander Subkov weitergegeben, als klar wurde, dass er, Machata, bei Olympia nicht starten würde. Und während Subkov siegte fuhren die steuerfinanzierten deutschen Bobs hinterher. Aber die Heimatfront steht. Danke für die Erinnerung an den Illusionscharakter des Fairplay. Es war mal wieder nötig.

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