Edward Snowden, Big Data und die Geheimdienste

Geheimdienste bleiben Geheimdienste

, und die Geheimdienste

US-Geheimdienste durchsuchen das nach allem, was sie finden könnten. Britische Geheimdienste durchsuchen die deutscher -Nutzer. Die Netzbetreiber helfen dabei als dienstbare Geister und die bereits sommerloch-affizierte mediale Öffentlichkeit veranstaltet mit kräftiger Unterstützung einiger Regierungen ein skurriles weltweites Versteckspiel; in der Hauptrolle ein gewisser Edward Snowden. Nicht zu vergessen: einige andere Regierungen – vielleicht mit technisch weniger beschlagenen Geheimdiensten ausgestattet, vielleicht auch nicht – entrüsten sich über die -Praktiken, über die ebendieser Edward Snowden Informationen verbreitet hat. Man kann, dies vielleicht vorab, nur hoffen, dass die Entrüstung jener letztgenannten Politiker gespielt ist.

Kellerasseln und andere Konstanten

Natürlich ist es immer peinlich, wenn die Arbeitsgrundlage von Geheimdiensten, die Geheimhaltung, für einen Moment gelüftet wird. Wie ein feuchter Stein, unter dem eine Schaar Kellerasseln zum Vorschein kommt, wenn man ihn umdreht. Dass sich aber die grundlegenden Konstanten der sogenannten Informationsgesellschaft noch immer nicht herumgesprochen haben – und so klingen viele Empörungen in diesen Tagen – ist der einzige Skandal, den wir in dieser neuesten Geheimdienste-Posse entdecken können. Zu diesen Konstanten gehören zunächst und vor allem solche, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Phänomen Internet zu tun haben. Die erste und wichtigste: Informationen sind, wie Armeen, Machtmittel. Daher wird jede Regierung, die über die nötigen Ressourcen verfügt, versuchen, so viele davon zu bekommen, wie sie kann. Zu Hause und im Ausland, offen über Verwaltung und Polizei, oder verdeckt über Geheimdienste und Spionage. Rechtfertigungsgründe gibt es dafür immer, mal solche, mal andere.

Big Data

Dass jene Regierungen dabei diejenigen privaten Organisationen, deren Hilfe sie zur Informationssammlung benötigen, dazu bringen werden, diese Hilfe zu gewähren, sollte sich von selbst verstehen. So wie frühere Geheimdienste Mittel und Wege eingeräumt bekamen, das Briefgeheimnis nicht fürchten zu müssen, so werden die Firmen, deren Infrastruktur das Funktionieren des ach so freien, demokratischen und postmaterialistischen Internets garantiert, ebenso zum Mitmachen gebracht. Womit wir bei den Geheimdiensten sind und bei zwei Umständen, die tatsächlich mit moderner Datenverarbeitung und -übermittlung zu tun hat. Wenn Sie einen Geheimdienst haben wollen, der informationstechnisch halbwegs mit der Welt da draußen mithalten kann, haben Sie in Zeiten von “Big Data” eigentlich nur eine Möglichkeit: Sie verschaffen sich Zugriff auf so viel dieser irrsinnigen Informationsfülle, wie sie irgend können und halten sich eine Horde Programmierer, die sich den ganzen Tag Suchalgorithmen ausdenken – und damit Strategien, wie sie die 99,999… % der Informationen, die für Sie völlig wertlos sind, vom Rest trennen.

Geheimdienste bleiben Geheimdienste

Und genau dieser Zugriff auf die Kommunikation anderer Menschen, so hat es kürzlich ein Datenschützer erklärt, ist in Zeiten des Internets nicht schwerer, sondern leichter geworden – für Geheimdienste, wie für jeden Wochenend-Hacker: Wo früher die Informationen von einem Briefkuvert umhüllt waren, rasen die Datenpakete heute ohne Schutzumschlag durchs Netz. Und sonst? Sonst nichts; Geheimdienste sind Geheimdienste geblieben. Ob in Deutschland, Russland, den USA, Großbritannien oder dem Iran: Wenn Sie Geheimdienste nicht grundsätzlich abschaffen wollen, macht für die Beurteilung von deren Arbeit nur ein Gegensatzpaar Sinn: erfolgreich oder nicht erfolgreich. Legitimität, Legalität, Moral, oder was Sie sonst an Maßstäben anlegen möchten, widersprechen dem Begriff Geheimdienst an und für sich.

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