Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident

Wieder ein Präsident als Bundespräsident

Joachim wird neuer Bundespräsident

Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident. Nachdem Angela Merkel noch 2010 den Kandidaten Joachim Gauck bei der Wahl zum Bundespräsidenten – parteitaktisch absolut nachvollziehbar – verhindert hatte, da die SPD vor ihr auf Gauck gekommen war (Merkels eigentlicher Fehler), präsentierte die Kanzlerin Joachim Gauck nun als den angekündigten “Konsenskandidaten” für das höchste Staatsamt hierzulande, das des Bundespräsidenten. Für Gauck sicherlich kein einfacher Weg, als “zweite Wahl” Bundespräsident zu werden, aber diesen Makel wird er aller Voraussicht nach schnell hinter sich lassen. Denn es ist – die albernen Hymnen auf den “Erlöser der Demokratie” hierzulande mal ganz beiseitegelassen – zu hoffen, dass mit Gauck wieder ein Bundespräsident wird. Was bedeutet das?

Wieder ein Präsident als Bundespräsident

Nun, bedeutet, dass nach zwei von Angela zu verantwortenden Fehlbesetzungen, wieder eine Persönlichkeit das Amt des Bundespräsidenten wahrnehmen wird, der klar ist, dass die Person Joachim Gauck und der Bundespräsident Joachim Gauck zwei getrennte Personen sein müssen, auch wenn diese natürlich in einem Menschen zusammenkommen. Denn auch wenn man die Leistung und das Auftreten im Amt seiner beiden Vorgänger, (gemischt) und (von einem hellen Moment abgesehen katastrophal), durchaus unterschiedlich bewerten muss, war den beiden doch dieses Bewusstsein der Trennung von Amt und Person ganz offenbar abhandengekommen. Für einen Bundespräsidenten der Super-GAU.

Wulffs und Köhlers gemeinsames Defizit

Von Bundespräsident Wulff erfuhren wir bereits von Beginn an mehr Privates, als dem Amt gut tat, bei Köhler war dies zunächst nicht der Fall. Und während es bei Christian Wulff am Ende nur noch um die Frage ging, in welche politische Pfütze der “Privatmann” / Ministerpräsident Wulff noch getreten war und man den Bundespräsidenten Wulff gar nicht mehr zu Gesicht bekam, wurde dies im Fall Köhlers erst am Ende seiner kurzen Amtszeit klar. Da allerdings, in den Rücktrittserklärungen beider Bundespräsidenten, zeigte sich ihr gemeinsames Defizit noch einmal ganz deutlich: Köhler behauptete, er trete zurück, weil das Amt des Bundespräsidenten durch überzogene Kritik beschädigt worden sei, dabei war er es, der Privatmann Köhler, der sich persönlich angegriffen fühlte, während der Bundespräsident nur hätte dagegen halten müssen. Die Öffentlichkeit wäre auf seiner Seite gewesen.

Gejammer statt Haltung

Bundespräsident Wulff hingegen blieb sich gewissermaßen treu, indem er zuletzt zu Protokoll gab, seine Frau und er fühlten sich durch die Berichterstattung über seine Fehltritte “verletzt”. Da war vom Bundespräsidenten als Amt schon nichts mehr übrig, es ging nur noch um Herrn Wulff privat. Von Joachim Gauck darf man erwarten, dass er den Bundespräsidenten Gauck vom Privatmann zu trennen vermag und uns zumindest nicht mit dem seit Köhler und Guttenberg Mode gewordenen Gejammer über die böse Presse und die gemeine Politik kommen wird, sollten die Zeiten einmal ungemütlich werden. Wir können es, um es einmal klar zu sagen, auch nicht mehr hören. Das absurde daran ist nämlich, dass gerade ein amtierender Bundespräsident alle Möglichkeiten hat, sich dem politischen und medialen Spiel so entgegenzustellen, dass das Amt und die dahinter stehende Persönlichkeit an Kontur und Würde gewinnt. Jammern hilft da nicht, das kann man übrigens in der Gegenwart am besten von Angela Merkel lernen, die in ihrer Karriere nun wirklich einiges abbekommen hat.

Wie auch immer man die Bedeutung des Bundespräsidenten der BRD einschätzt, eines scheint sicher: Bundespräsident Gauck wird uns zumindest mit den Peinlichkeiten verschonen, derer wir gerade in der Farce Wulff ehrlich überdrüssig geworden sind.

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