Die Rettungspakete der EU und warum 100 Euro eben keine 200 D-Mark mehr sind

Wie viel ist ein Euro noch?

Wie viel ist ein Euro?

Wie viel ist ein noch?

Angesichts der unvorstellbaren Milliardensummen in Euro, die mittlerweile beinahe turnusmäßig in dieses oder jenes fließen, liegt die Frage eigentlich nahe: Wie viel ist ein Euro eigentlich (noch)? Wahrscheinlich ist es sogar so, dass nur die Tatsache, dass in Deutschland die Erfahrungen mit massiver , sprich: Geldentwertung, bereits mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegen, dass beinahe keiner mehr mit der Wimper zuckt, wenn wieder einmal 100 000 000 000 oder so Euros – man muss es einmal ausschreiben – überwiesen werden. (Schlichte Gleichgültigkeit gegenüber der Art und Weise, wie mit den Steuer-Euros umgegangen wird, wäre die andere Möglichkeit.)

Die Rettungspakete der und warum 100 Euro eben keine 200 D-Mark mehr sind

Die fortlaufende Abwesenheit großer Inflationswerte ist wohl auch der Grund, warum sich ein anderes Euro-Phänomen hartnäckig hält: Das Umrechnen in die vielleicht gute aber vor allem alte D-Mark. “50 Euro? das sind ja 100 Mark!”, vielleicht kennen Sie solche Ausrufe des Empörens. Und um das gleich und wenigstens an dieser Stelle ein für alle Mal klarzustellen: Nein, sind sie eben nicht. Richtig ist vielmehr, dass 2001, zur Einführung des Euro, 102,26 Einheiten der neuen Währung dem Gegenwert von 200 D-Mark entsprachen. Seitdem aber verkündet – wie auch zuvor der Fall – die “Tagesschau” Monat für Monat die “Inflationsrate”, die tatsächlich der vom statistischen Bundesamt errechnete Verbraucherpreisindex, beziehungsweise dessen Veränderung zum Vormonat ist.

Euro gleich Teuro?

Nun wäre zu diesen Berechnungen und dem ihnen zugrunde liegenden “Warenkorb” durchaus einiges zu sagen; zumindest dies, dass – wie bei Mittelwerten üblich – durchaus Bereiche des täglichen Lebens existieren, in denen die mit anderen Raten steigen. “Euro gleich Teuro” wurde da einst getitelt. Doch davon abgesehen, bewegen sich diese Zahlen, aufs Jahr gerechnet, meist zwischen 2 und 3 Prozent. Das klingt unspektakulär und ist es im internationalen Vergleich auch. Wenn man sich allerdings die Mühe macht, diese Veränderungen seit 2001 zusammenzunehmen, wird deutlich, dass im Jahr 2011 100 Euro gerade einmal 168,21 der D-Mark von 2001 entsprechen und nicht etwa den oft bemühten 200.

Planloses Geldausgeben

Bleibt die Frage, was uns dieses – notwendige – Rechenexempel über die Phantasiesummen an Euro erzählen kann, die innerhalb Deutschlands und der EU seit 2009 mal privaten (HRE, Commerzbank…), mal staatlichen Akteuren (Irland, …) übereignet werden? Es ist vor allem dies: Nur weil im staatlichen Euro-Raum offenbar beschlossen wurde, über die Konsequenzen planlosen Geldausgebens nicht mehr nachzudenken, gilt dies noch lange nicht im Privaten. Spätestens Ihre nächste Mieterhöhung und der Steuerbescheid für 2011 werden diese Sprache sprechen.

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