Über 16 Kilogramm Wildschwein in einer tunesischen Küche

Wie macht man eigentlich Wildschwein?

Sus Scrofa noch am Leben - das Wildschwein

noch am Leben - das

16 Kilo Wildschwein in der

Und da lagen sie nun in der Küche des Autors: 16 Kilogramm Wildschwein. Zugegeben, einiges davon sind sicher Knochen, dennoch bleibt sicher noch genug Wildschwein-Fleisch übrig, um ein halbes Abendessen à la Obelix zu bestreiten. Gebraten, gegrillt, à la Crème…? Aber soweit waren wir noch gar nicht. Wie waren sie denn überhaupt in diese Küche gelangt, die immer noch ansehnlichen Überreste eines ausgewachsenen Exemplars von Sus scrofa, dem europäischen Wildschwein? Immerhin liegt diese Küche mit dem sie umgebenden Haus nicht etwa im bayerischen Wald, sondern in einem Vorort der tunesischen Hauptstadt Tunis. Diplomatengepäck? Nein, den Flug hätte das Wildschwein wohl nur schlecht überlebt (gut, hatte es auch so nicht).

Wildschwein und Völkerverständigung

Nein, es gibt sie tatsächlich, Wildschweine in und sie werden – Islam hin oder her – auch gejagt und gegessen (zumindest manche). Und vielleicht haben Sie ja die Geschichte von den schwedischen Wildschwein-Jägern auch noch im Ohr, die sich mitsamt Jagdgewehren im Kofferraum sinnigerweise mitten in der tunesischen durch die Hauptstadt bewegten. Erst blauäugig, dann blaunasig, hielt man die Waidmänner doch für Schergen des alten Regimes und die Wildschwein-Töter für – naja. Nichts dergleichen in unserem Fall. Lediglich einem netten amerikanischen Nachbarn und dessen ebenfalls sympathischen tunesischen Vermieter haben wir den Segen zu verdanken, der nun – immerhin ja ein knappes Viertel vom Wildschwein – die Hälfte des Gefrierschranks einnimmt.

Nachbarschaft

Was lehrt uns das buchstäbliche Stück vom Wildschwein aber nun; außer dass in diesem Falle die Augen weit größer waren, als der Magen und – beinahe auch – das Eisfach? Reisen bildet? Ja, auch. Vielmehr aber, dass die auch vom Autor zugunsten der Großstadt vor vielen Jahren absichtlich aufgegebene Institution der Nachbarschaft mitunter doch ihren Reiz hat, einem so viel Wildschwein beschert, wie man sicher nie wieder im Kühlschrank haben wird und manchmal auch einen verzweifelt auf Eingebungen wartenden Schreiberling vor dem leeren Blatt bewahrt. So wie die mit feinem Lächeln garnierte Antwort des besagten amerikanischen Nachbarn und Grill-Enthusiasten auf die Frage seines 6-jährigen Sohnes, was denn mit dem Wildschwein passiert sei, dass dort – tot aber noch ganz – vor ihm lag: “It didn’t make it”. Sau tot, soviel ist sicher. Doch wie macht man denn nun eigentlich Wildschwein. Vorschläge werden dankend angenommen.

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