Der Feldzug des Richard Dawkins gegen Religion und Glaube

Wie hast du’s mit der Religion?

Soweit stimmen wir Mr Dawkins zur Religion noch zu© Getty Images

Soweit stimmen wir Mr Dawkins zur noch zu

Wie hast du’s mit der Religion?

Dass weiland im den Protagonisten nach der Religion fragte, hatte, wie wir wissen, gute Gründe. Schließlich hatte Dr. doch seine Seele schlankerhand dem Teufel verkauft und , weniger naiv als in vielen anderen Belangen, hatte ganz offenbar so eine Ahnung, dass ihre Frage nach der Religion wohl einiges aufdecken könnte. Auch jenseits der bleibenden Frage, ob und Faust denn nun gerichtet oder gerettet wurden, sind Religion und Glauben Themen von kaum zu unterschätzender Bedeutung, auch heutzutage. Ob man dabei auf den “arabischen Frühling” blickt, der längst zum Winter zu werden droht, auf den Vorwahlkampf der Republikaner in den USA oder auf den nächsten Papstbesuch; Gretchens Frage nach der Religion hat nirgendwo auf der Welt an Brisanz verloren.

Der Feldzug des gegen Religion und Glaube

Mehr als zwei Jahrhunderte nach der “Aufklärung”, gut 120 Jahre nach dem Tod von Karl Marx und trotz unzähliger Studien der modernen zu Säkularisierung, Glaubensverlust und Rückgang der Religion, ist eigentlich nur eines klar: Die Bindungswirkung, die Religion und Glaube auf und zwischen Menschen ausüben können, ist weder verschwunden noch in irgendeiner Form schwächer geworden. Religion bleibt ein Thema, das in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit, wie so oft vorausgesagt, verhandelt wird. Und von denen, die sich mit Berufung auf die Aufklärung, daran gemacht haben, den “Sinn” von Religion und Glaube, ja ihre schiere Existenz mit “rein wissenschaftlichen” Mitteln zu widerlegen, sind wenige übrig geblieben. Der gegenwärtig prominenteste Kopf, der die Religion mit gleichsam missionarischem Eifer des Feldes zu verweisen sucht, ist wohl Richard Dawkins.

Keinen Grund zum Glauben

Dawkins, Evolutionsbiologe, Oxford-Professor und streitbarer Atheist, zieht insbesondere in England mit seiner “Foundation for Reason and Science” gegen Religion und Glauben zu Felde. Denn Gottesglaube und Religion sind für Dawkins gefährliche Konstrukte des menschlichen Geistes, die es als solche zu entlarven und im Namen der Vernunft zu bekämpfen gilt. Nichts neues, denken Sie? Denken wir auch, offen gesagt. Wieder ein Missionar, diesmal in bester Tradition eines bestimmten Stranges der Natur-und Sozialwissenschaften. Eines Stranges, der mit der Religion und dem Glauben eine ganz erstaunliche Tendenz teilt: den absoluten Anspruch auf Wahrheit. Die Argumentationen laufen dabei, bei einem Mann von Dawkins’ intellektuellem Format immer wieder erstaunlich, im Grunde so: Ich kann beweisen, dass die Existenz Gottes und damit der Grund von Religion beinahe unmöglich ist. Wenn aber etwas nicht existiert, macht es keinen Sinn, diesem einen Platz in seinem Leben einzuräumen. In der Folge können alle Menschen die Fesseln der Religion abwerfen, so dass diese, die ja ohnehin “grundlos” existiert, bald verschwindet.

Oh God

Zuletzt hat Dawkins’ Stiftung in einer Umfrage herausgefunden, dass die meisten Briten über die Mehrheits-Religion ihres Landes, das Christentum, nicht nur sehr wenig wissen, sondern auch zentrale Glaubenssätze dieser Religion nicht teilen. Trotzdem bekennen sich auch von diesen “uninformierten” die meisten nach wie vor zu dieser Religion, bezeichnen sich also als Christen. Dieser Unsinn ging Dawkins dann doch zu weit und in einem Interview im Radio sprach er diesen Menschen rundweg ab, einer Religion anzugehören. Viele dieser Menschen wüssten schließlich noch nicht einmal den Namen des ersten Buchs der . Dumm nur, dass Dawkins selbst, daraufhin gefragt, ob er denn den kompletten Titel von Charles Darwins “Entstehung der Arten” nennen könne, beim Untertitel passen musste, worauf ihm ein “oh God” entwich.

Nur um das klarzustellen: Religion und Glaube sind aus unserer Sicht auf jeden Fall Gegenstände wissenschaftlicher Untersuchung. Aber angesichts der schieren Empirie bitte auf einem Niveau, das weit hinausgeht über “weil nicht sein kann, was ich nicht sehe”. Das Buch von , 1859 erschienen, trägt übrigens den Titel “On the Origin of Species by Means of Natural Selection or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Live”. Das andere heißt schlicht “Genesis”, falls das unklar war.

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