Viola

Musikinstrument

Die ist auch unter dem Namen bekannt (aus dem Italienischen: Viola da braccio = Armgeige). Sie ist das Altinstrument der Violine, in etwas größerem Format, eine Quinte tieferstehend. Die Stimmung erfolgt in reinen Quinten: c, g, d’, a’. Tonumfang: c – a’’’.
Die Notation liegt im Altschlüssel (C-Schlüssel auf der 3. Linie), in hohen Lagen auch im Violinschlüssel. Die technischen Daten der Viola und des Bogens sind im wesentlichen mit denen der Violine identisch (siehe Artikel „Violine“).

Der Ton der Bratsche ist in den tiefen Lagen voll und dunkel. Sie kommt zum Einsatz, wenn Leid und Schatten in der Musik auftreten. In den hohen Lagen ist sie dagegen eher eng und näselnd, bisweilen scharf. Ihre Verwendung hat mannigfache Wandlungen durchgemacht.
In der bis Bach gültigen chorischen Instrumentalpraxis spielte sie eine wesentliche Rolle, z. B. in Giovanni Gabrielis „Symphoniae sacrae“ 1597 und Bachs „Brandenburgisches Konzert Nr. 6“ 1721. Im 18. Jahrhundert sank das Ansehen der Viola trotz ausgiebiger Verwendung bei Gluck oder in solistischen Aufgaben bei Carl Stamitz und Carl Ditters von Dittersdorf zu einer „Füllstimme“ herab (hierin dem Schicksal des Horns bei den Blasinstrumenten nicht unähnlich!).
Erst mit dem Aufkommen des kontrapunktischen Durchführungsstils im späten Kammermusikwerk Haydns und Mozarts wurden ihr neue, interessante Aufgaben zugewiesen, nicht allein im Streichquartett, wo sie ihren Platz zwischen den beiden Geigen und dem Cello zu behaupten wusste, sondern auch in der Orchesterliteratur (Beethoven, Weber, Wagner, Bruckner, Mahler, Humperdinck u. a.).

Solokonzerte mit gibt es u. a. von: Telemann, Stamitz, v. Dittersdorf, Bach, Joh. Chr. Bach, Henri Casadesus, Mozart (Sinfonia concertante mit Violine), Berlioz (Sinf. Dichtung „Harold in Italien“), Bartók, Hindemith, Blacher.
Bekannte für die Bratsche komponierten z. B.: Vivaldi, v. Dittersdorf, J. N. Hummel, Mendelssohn, Vieuxtemps, Reger, Honegger; darüber hinaus existieren unzählige Streichquartette-, quintette-, sextette, u. a.
Als Jazzinstrument wird sie nur sehr selten und wenn solistisch mit Bigband eingesetzt.
Die Viola der Violinenfamilie darf nicht mit der Viola da Gamba („Gambe“) verwechselt werden!

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