Verlag

Medienunternehmen

Aufgaben eines Verlags sind die Vervielfältigung und Verbreitung von Werken der Literatur, der , der oder der Wissenschaft. Die Entwicklung des modernen Verlagswesens beginnt mit der Erfindung des Buchdrucks Ende des 15. Jahrhunderts und bis heute ist das , beziehungsweise das bedruckte Papier die wichtigste Verbreitungsform verlegerischer Produkte. Zum (oder etwa der gedruckten Partitur) haben sich im Laufe der Zeit weitere gesellt; von der Schallplatte über andere Bild- und Tonträger bis hin zur Datei. Mit Recht können Verlage daher als “” oder auch “Multimediaunternehmen” bezeichnet werden.

Nach der ursprünglichen, mittelhochdeutschen Wortbedeutung ist mit “verlegen” nichts anderes gemeint als “vorlegen”. Und gemäß dieser Bedeutung bestimmt sich noch immer die grundsätzliche Tätigkeitsweise von Verlagen:
Ein erwirbt üblicherweise die Nutzungsrechte am Werk eines Urhebers und geht dann, ganz wörtlich, “in Vorlage”. Das bedeutet, dass der die Herstellung und Verbreitung, inklusive etwa des Autorenhonorars und – heute besonders wichtig – der Marketingaktivitäten, organisiert und finanziert und damit das wirtschaftliche Risiko der jeweiligen Veröffentlichung trägt.

Die Struktur eines Verlags umfasst klassischerweise die folgenden Funktionsbereiche: Lektorat, Herstellung, Vertrieb & Marketing, Controlling, Buchhaltung, Geschäftsführung, IT.

Das Verlagswesen hat sich – ähnlich der Musikindustrie, zu denen ein Teil der Verlage, die Musikverlage, gehören – in den letzten 10 bis 15 Jahren durch die Fortschritte in der elektronischen Datenverarbeitung und die Entwicklung des Internets stark verändert. Obwohl es in Deutschland mit etwa 2000 Verlagen immer noch eine im internationalen Vergleich recht kleinteilige Verlagslandschaft gibt, sind hierzulande wie auch weltweit starke Konzentrationsprozesse zu beobachten.
Dies gilt auch für die Vertriebskanäle der Verlage, bei denen nicht nur die klassischen Sortiments-Buchhandlungen vielerorts von Buchhandels-Ketten ersetzt werden. Vielmehr hat der Online-Handel mit Verlagsprodukten in allen Produktsparten stark zugenommen und wächst stetig.

Ein Blick ins Ausland – besonders in die USA – zeigt zudem, dass sich die Verlagsbranche mit einiger Sicherheit in naher Zukunft mit weiteren Neuerungen auseinandersetzen müssen wird. Dabei ist es unter Umständen nicht die schon vielfach angekündigte Verdrängung des Buches durch das elektronische Buch in Dateiform (“e-Book”), die die größte Herausforderung darstellt. Vielmehr ist spätestens seit dem großangelegten Projekt des Internetunternehmens “Google” zur Digitalisierung von Buchbeständen und deren kostenloser Zugänglichmachung im Internet eine der Grundlagen des Verlagswesens in der Diskussion: Es geht – wie bereits zuvor in der Musik- oder Filmindustrie – um die grundsätzliche Fragen des künftigen Stellenwerts und der Nutzung von geistigem Eigentum.

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