Katastrophe zur Kenntnis genommen - Die Klimakonferenz in Kopenhagen scheitert.

UN-Klimagipfel

Klimawandel in der Arktis

Das Eis schmilzt bereits - in der Arktis.

Darf es überhaupt Weihnachten werden? Zum Scheitern der in Kopenhagen.

Am Samstag, als die Weltklimakonferenz gerade zu Ende gegangen war, versuchten einige Medien noch, dem unfassbaren, aber nicht unerwarteten Desaster in die Kategorie “Teilerfolg” einzuordnen. Zwei Tage später scheint diese Position dann doch zu weit an den Haaren herbeigezogen und man ist sich einig:

Die wachsweiche Schlusserklärung von Kopenhagen, mit einem Rest traurig-vergeblichem Pathos “Copenhagen Accord” genannt, ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben steht. Dass die Versammlung der 193 Nationen sich nicht einmal auf diesen Minimalkonsens einigen konnte, kommt dazu: Die Versammlung hat das Dokument “zur Kenntnis genommen”. Was das bedeutet? Nichts, jedenfalls nichts außer vielleicht: “Wir hätten fast das Gesicht gewahrt”.

Man weiß gar nicht, wo man beginnen soll; bei den fehlenden Festlegungen der CO2-Einsparungen, dem Witz von einem Überprüfungsmechanismus für Klimabemühungen, den lächerlichen Geldbeträgen, die die Industriestaaten – vielleicht – an Schwellen- und Entwicklungsländer bezahlen wollen, wenn diese nicht ganz so umweltschädliche Industrialisierungsstrategien wählen, wie wir damals.

Es ist zum „Amoklaufen“, aber jetzt ist ja erst einmal Weihnachten. Das Fest der Liebe und des Verdrängens; ein Glück für die Staatschefs der Länder, in denen dieses Fest – sei es noch teilweise aus Traditions- oder schon nur noch aus Kommerzgründen – begangen wird. Dazu noch Schnee in Europa, und das jämmerliche Ergebnis von Kopenhagen wird schnell nicht mehr im Brennpunkt stehen.

Wenn, ja wenn wir es besser machen dürften – was hätten wir getan? Lassen Sie uns nur für einen Moment träumen:

193 Menschen gehen leicht in die Sixtinische Kapelle; gute, fest Türen gibt es da und die Schweizergarde. Aufgeschlossen wird erst, wenn etwas Zählbares erreicht wird – und so lange fällt Weihnachten aus.

Zack, zurück in die Realität, ruft uns die Stimme der Kanzlerin:
Man solle die Vereinbarung “nicht schlechtreden”. Wie das gehen soll, wird sie uns erklären müssen.
Außerdem könne man – vielleicht – 2012 eine Weltklimaorganisation gründen, die “so kraftvoll” sein müsse, wie die Welternährungsorganisation.

Sie erinnern sich an den Welternährungsgipfel im November in Rom? Das war doch die Veranstaltung, zu der außer Gastgeber Silvio Berlusconi überhaupt kein bedeutender Staatschef gekommen war.

Vielleicht doch lieber in die Kirche, beten.

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