Die ewige Versuchung des Darwinismus

Thilo Sarrazin und die Biologie

Sarrazin und die Biologie

Thilo und die Biologie

Es ist wieder einmal soweit: Nach zuletzt Oscar Lafontaine hat ein weiterer Politiker und Ökonom der Versuchung des nicht widerstehen können. Es ist ja auch wirklich frustrierend, als Nicht-Naturwissenschaftler in seinen Argumentationen immer von der Welt der harten Fakten ausgeschlossen zu bleiben. Wir kennen und verstehen sie, diese Sehnsucht nach dem Eindeutigen, dem eben nicht Kontextabhängigen, kurz: nach der Wahrheit. Thilo Sarrazin und die Biologie heißt daher das Lehrstück der Woche.

Die ewige Versuchung des Darwinismus

Denn neben der Tatsache, dass auch die Naturwissenschaft, die auf sich hält, die Fiktion der Kontextunabhängigkeit ihrer Ergebnisse längst aufgegeben hat, bleiben die Biologie und der Darwinismus für die politische Argumentation voller Fallstricke. Und bei allem Getöse um “kulturelle Identität” bleibt als Kern von Sarrazins Aussagen nichts anderes als der feste Wille, die soziale Welt in biologistische Kategorien einzuteilen. Dass das nicht funktioniert, hat zahlreiche Gründe, von der einer die doch veraltete fachliche Bildung des nun ehemaligen Bundesbankvorstands zu sein scheint. Oder aber die – absolut zutreffende – Einschätzung, dass “sachliche Fehler” in öffentlichen Debatten und an den Kassen der Buchläden nicht unbedingt auf die Verliererstraße führen.

Überholte Glaubenssätze

Wichtigster von vielen, in der Fachwissenschaft längst überholten Glaubenssätzen, die bei Sarrazin zum Argument werden, ist der, dass man von genetischen Unterschieden zwischen Menschen ohne weiteres auf ihre ethnische Verschiedenheit schließen könnte. Im Gegenteil zeigen die Ergebnisse der biologischen Forschungen der letzten 40 Jahre, dass der Großteil der genetischen Unterschiede zwischen Menschen innerhalb Gruppen zu finden sind, die sich geographisch sehr nahe stehen. Dieser Befund ist ein Grund für die Tatsache, dass die Art Homo Sapiens von der Biologie nicht weiter in Unterarten oder Rassen unterteilt wird.

Korrelationen statt Kausalitäten

Wenn also Sarrazin behauptet, dass Studien zeigten, dass im Durchschnitt dümmer seien, als – ja als was eigentlich? Christen, Europäer? – dann irrt er, wenn auch vielleicht absichtlich, zunächst über das Bestehen einer einheitlichen genetischen Gruppe “”. Darüber hinaus aber scheint er sich auch aus den großangelegten Intelligenz-Studien, die er zitiert, nur Versatzstücke herausgepickt zu haben. Sonst wäre ihm nicht entgangen, dass diese Werte, ebenso wie zum Beispiel der Grad der Integration und des gesellschaftlichen Erfolgs zwischen muslimischen Einwanderern zwischen Westeuropa und den USA extrem differieren.

Sarrazin behindert die Debatte, statt sie zu befördern

Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Neukölln und wie Sarrazin unbequemes SPD-Mitglied, hat auf die Frage, warum sich Sarrazin nun mutwillig in die Nesseln setzt, geantwortet: “Der braucht das.” In diesem knappen Diktum liegt sicher viel Wahrheit über den Menschen Thilo Sarrazin. Das Problem aber ist ein anderes: Gerade wegen seiner publizitätswirksamer Art der Verschärfung können diejenigen, die nicht gleichermaßen offen über die Möglichkeiten und Probleme von reden wollen, sich nun wieder hinter der politischen Korrektheit verstecken.

Das ist fatal.

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  • Marc Zuber

    Thilo Sarrazin, Sarazenenfeind.
    Du (als Kanak sieze ich Dich nicht) meintest, mal grundsätzlich über die Vertürkung Deines Landes reden zu müssen. Ihr werdet immer dümmer durch uns. Ihr werdet aber auch immer fetter und hässlicher, ist das auch unser Fehler? Nein, die Kartoffelernte der letzten Jahre war einfach schlecht, kein arabischer Wüstensturm hat sie ruiniert.
    Und diese IQ-Sache, Thilo, die hast Du falsch geplant. Wenigstens Grundkonzepte der Biologie hättest Du Dir reinziehen können. Niemand zweifelt daran, dass die meisten Deiner Mitmenschen iq-mäßig verebbt sind. Nur, Deine fellow potatoes haben sich auch nicht eben mit Ruhm bekleckert, seit Ihr die Jehuden aus Schland rausgedisst habt. Schau Dir die Nobelpreisstatistiken vor und nach WK II an, no more and the winner is “Dr Goldblatt for Germany” etc.
    Das wars, glaube ich, mit Wissenschaftselite.
    Und das ist Dir auch bewusst geworden an dem Tag, als Du Neukölln runterschlendernd Dein persönliches Heureka hattest:”Klar! Die verkaufen nur Döner, keiner hat Reagenzgläser hinterm Tresen stehen, nur Scharf in Dosen.”
    Das Tragische ist, dass Du ja Recht hast. Deutschland wird eindeutig dümmer. Jetzt hast Du die Debatte kaputt gemacht, denn das ist jetzt ein Tabuthema. Durch Dich, Thilo.
    Jetzt werfen alle jedem, der Deutschlands Verdummung feststellt, vor, er meine, die Türken seien Schuld.
    Nein, Thilo,es gibt blöde Kanaks und blöde Stärkeprodukte. Es gibt sehr schlaue Deutsche und noch Schlauere Paselacken.
    Hättest Du es doch einfach wie die meisten von uns wohlintegrierten Kanaken von Eurer Gnaden gemacht. Ich lebe, und das nicht schlecht, von diesem Land. Aber vor allem lebe ich von meinem Gehirn (wusstest Du, dass Araber auch Semiten sind und genetisch den Jehudis sehr nahe stehen?). Im Gegensatz zu Dir, Thilo, der Du deutsch und schlau bist -ich glaube das wirklich trotz Deiner Tollpatschigkeit in den letzten Wochen- im Gegensatz zu Dir, Thilo, kehre ich nicht hervor, wie ich vieles zu meinen Gunsten manipuliere, weil meine Mitmenschen es nicht merken. Und im Gegensatz zu Dir, verberge ich meine Verachtung für die nervigen Gewohnheiten der meisten Teutonen. Denn- und hier komme ich zum Schluss- denn: ich bin braungebrannt, wohlgeformt und schlafe gerne mit blonden Frauen. Wer weiß, vielleicht kann ich meinen eigenen ganz persönlichen Beitrag leisten und Deutschland wieder schlau ficken?