Bauwerk

Schloss Arenenberg

Schloss Arenenberg in Salenstein (Kanton Thurgau)

in Salenstein (Kanton Thurgau)

1. Geschichte

Hoch über dem Untersee mit wunderschöner Aussicht auf die lieblichen Ufer der benachbarten Höri und der Insel Reichenau, auf die Vulkankegel des Hegaus und den Schweizer Seerücken liegt Schloss Arenenberg.

Das sicherlich wichtigste und sehenswerteste Schmuckstück am ist das heutige Napoleonmuseum Schloss Arenenberg. Wie ein kostbares Juwel steht die prachtvolle Anlage des Schlosses hoch über dem , an dessen Hängen die beliebten Müller-Thurgau- und Blauburgunder-Reben wachsen.

III., der letzte Kaiser Frankreichs, verbrachte zusammen mit seiner Mutter Hortense, Stieftochter und Schwägerin Napoleons I., die Jahre zwischen 1815 und 1838 am Bodensee. Hortense zog nach der Verbannung Napoleons I. nach St. Helena mit ihrem Sohn Louis in das sichere Schweizer Exil.

Das Schloss am Untersee wurde im 16. Jh. vom Konstanzer Bürgermeister Sebastian Gaisberger erbaut und nach mehrmaligem Besitzerwechsel im 18. Jh. von der Familie Streng erworben. Johann Baptist von Streng verkaufte das Schloss 1817 der damals in Konstanz im Exil weilenden Exkönigin Hortense. Die durch sie begonnenen Umbaumaßnahmen dauerten ca. zwei Jahre.

Die botanikbegeisterte Königin Hortense ließ den Park 1817 anlegen und schuf damit weit über die Grenzen der Region hinaus einen der bedeutendsten Landschaftsparks ihrer Zeit. Sie verfolgte dabei die philosophischen Ideale Rousseaus: Eremitage mit Springbrunnen, römische Terrassen, Wasserspiele, Grotten und Nymphäum, Brücken, steile Gebirgspfade usw. Auch für den Park diente der ehemalige Landsitz ihrer Mutter in Malmaison als Vorbild.

Dass das bezaubernde Schloss der Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir Kaiserin Eugénie, der schönen Gemahlin Kaiser Napoleons III. Sie vermachte, nach gründlicher Renovierung, das gesamte „Schlossgut Arenenberg“ 1906 dem Kanton Thurgau und bestimmte, darin eine Gedenkstätte sowie ein Lehrinstitut zu errichten. Drei Bedingungen knüpfte sie an diese Schenkung: Das Schloss dürfe niemals verkauft werden und in den Gebäuden müsse eine öffentliche Nutzung eingerichtet werden. Außerdem legte sie fest, dass in der Schlosskapelle jährlich Gottesdienste für sie und ihre Familie zu feiern seien. Ein Wunsch, den man noch heute erfüllt.

Eugénie, Frau v. Napoleon III (1861, Franz Xaver Winterhalter)

Eugénie, Frau v. Napoleon III (1861, Franz Xaver Winterhalter)

2. Einrichtung von Schloss Arenenberg

Durch seine exklusive Inneneinrichtung – Eklektizismus in reinster Form – und die herrliche, zwölf Hektar große Parkanlage, durch Theater, Gärtnerei und Gewächshäuser gilt das Schloss Arenenberg heute als das vielleicht schönste am ganzen Bodensee.

In Arenenburg befinden sich kostbare Gemälde und wertvolles Mobiliar aus den Sammlungen von Napoleon I. und Kaiserin Josephine ebenso wie erlesene Gegenstände des täglichen Bedarfs neben interessanten Utensilien aus der damaligen Zeit. Über 900 wertvolle Bücher aus der kaiserlichen Sammlung befinden sich zudem im Schloss.

Eine vielbewunderte Installation ist die historische Hausrufanlage. Mittels eines komplizierten Systems von Rollen und Zügen laufen lange Drahtseile quer durch das Gebäude und ermöglichen, von den 18 wichtigsten Zimmern das Dienstpersonal herbeizurufen.

Schon 1817 beschäftigte sich Hortense mit der Wärmeproblematik. 1832 ließ sie die noch heute verwendete Warmluftheizung einbauen. Spätestens 1820 verfügte das Haus über für damalige Verhältnisse hochmoderne Sanitäranlagen. Das Bad beinhaltet eine mit Wasser betriebene Toilette mit Verbindung zur über 40 m tiefer im Park gelegenen Latrine – eine technische Meisterleistung für die damalige Zeit.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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