In den USA werden Prozesskosten zu Risiko-Kapital

Prozesskosten als Spekulationsobjekt

Prozesskosten werden zum Spekulationsobjekt© Getty Images

werden zum Spekulationsobjekt

Prozesskosten als Spekulationsobjekt

“Der Antragsgegner trägt die Prozesskosten”, so oder so ähnlich kann es hierzulande im Namen des Volkes am Ende einer Urteilsverkündung heißen. Denn im trägt in Deutschland grundsätzlich die unterlegene Partei die Kosten des gesamten Verfahrens, kurz Prozesskosten genannt. Dazu können auch die Anwaltskosten gehören, die allerdings in hiesigen Gefilden bereits vor dem teilweise über Vorschüsse abgegolten werden – bereits diesseits von Prozesskosten im engeren Sinne ein guter Grund, sich eine Zivilklage reiflich zu überlegen. Schließlich ist unser sauer erspartes Geld ja kein Objekt leichtfertiger ; ähem.

In den werden Prozesskosten zu

Das System der Kostenübernahme im Zivilprozess ist in den USA – wir kennen das aus den entsprechenden Hollywood-Verfilmungen – grundsätzlich etwas anders geregelt. Dort lassen sich die beteiligten Anwälte von ihren Klienten zur Deckung der Prozesskosten einen Prozentsatz (meist einen saftigen) von der im Prozess zu erwartenden Schadensersatz-Summe zusichern. Demnach gehen sie bei Übernahme eines Mandats eine oft hoch dotierte Wette auf den Ausgang jenes Prozesses ein, denn sie treten erst einmal in Vorleistung. Dieses ohnehin risikoreiche Spiel mit den Prozesskosten, das selbstverständlich die Auswahl derjenigen Fälle (mit-)bestimmt, die eine Anwaltsfirma annimmt, hat in den USA seit kurzen eine neue Dimension erhalten: Prozesskosten sind seit wenigen Jahren zu “” (Risiko-Kapital) und damit zum Spekulationsobjekt geworden.

Wetten auf den Ausgang von Gerichtsprozessen

Bis vor etwa drei Jahren war die Praxis der “” (Prozesskosten-Finanzierung) in Anwaltskreisen verpönt. Nun aber – vielleicht mit Blick auf die Art und Weise wie die meisten Banken aus der durch ihre Zockerei mitverursachten doch glimpflich herausgekommen sind, während die Zeche durch den Steuerzahler beglichen wird – scheint bei den Anwälten ebenfalls die Spielleidenschaft geweckt: Spezialisierte Prozesskosten-Finanzierungsfirmen (meist im Besitz ehemaliger Partner von großen Anwaltskanzleien) leihen Anwälten Geld, damit diese für von ihnen geführte Prozesse in Vorleistung gehen können. Dafür sichern sie sich selbstverständlich einen ordentlichen Teil der potentiell von den Anwälten im Prozess erwirtschafteten Erlöse.

Das Rechtssystem als

Die Aktien der Prozesskosten-Finanzierer sind natürlich wiederum an der Börse erwerbbar, so dass in kurzer Zeit ein ganzes System von Wetten auf Wetten auf Wetten auf den Ausgang eines Prozesses entstanden ist. All das natürlich ganz unschuldig und ohne dass die Absicht entsteht, Einfluss auf den Ausgang von Prozessen zu nehmen, wie die großen Player der Prozesskosten-Finanzierung treuherzig erklären. Ganz unschuldige Wetten auf Prozesskosten also, genauso unproblematisch wie im Fußball oder am . Schlafen Sie auch so gut?

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