Peer Steinbrück kann noch Kanzler werden

Am Wochenende ist - und Peer kommt auch

Natürlich kann Peer Steinbrück noch werden, keine Frage. Wenn die FDP am 22. September bundesweit unter 5 Prozent bleibt und keine Direktmandate holt, ist in Berlin so ziemlich alles möglich, auch ein Kanzler Steinbrück. Vermutlich müsste sich der SPD- dazu in irgendeiner Form von der Linkspartei unterstützen lassen. Das macht Steinbrück nicht, glauben Sie? Sind wir ehrlich; es ist auch nicht weniger wahrscheinlich, als dass Peer Steinbrück die SPD noch über 30 Prozent führt. Dass die SPD in aktuellen Umfragen überhaupt bei 27 Prozent liegt, ist vielleicht die eigentliche Überraschung des bisherigen Wahljahrs. Dass Steinbrück ein schlechter ist, ist keine.

mit Uronkel Adelbert

Ja, wir bekennen, dass wir – privat wie an dieser Stelle – die Entscheidung, Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten zu machen, von vornherein für falsch hielten. Unsere ebenfalls eingestandene Genugtuung darüber, dass sich diese Ahnung ganz offenbar als zutreffend erweist, wird allerdings vom Erstaunen über das Bild, das Steinbrück und die SPD im Wahlkampf abgeben noch weit übertroffen. Beispiel gefällig? Vielleicht mal eines, das noch nicht alle kennen? Auf Peer-Steinbrück.de, Steinbrücks offizieller Website gibt es unter anderem einen Lebenslauf des Kandidaten zu lesen. Bereits im zweiten Satz, fett gedruckt, erfahren wir da folgendes “Sein Uronkel Adelbert Delbrück war einer der Gründer der Deutschen Bank.” Während wir uns noch die Augen reiben lesen wir gegen Ende der Aufstellung, die bis 2009 eine ziemlich steile Karriere bezeichnet, noch den Eintrag zum Jahr 2009: “Nach der verlorenen Bundestagswahl ist er Mitglied des deutschen Bundestages.” Danach folgt kein weiterer Eintrag bis 2012.

Kandidat Steinbrück

Wären wir Berater im “Job-Center”, oder wie Arbeitsämter heutzutage heißen, hätten wir den Arbeitssuchenden Peer Steinbrück, ohnehin hart an der Altersgrenze, zumindest noch einmal an seinen Lebenslauf gesetzt; zum neu Schreiben. Das sind doch Details, denke Sie? Wen interessiert ein Lebenslauf auf einer Präsentationsseite? Ja, das sind Details, aber sie erzählen eine Geschichte, erwidern wir. Und welche Geschichte erzählt dieser Lebenslauf? Erstens: Der Kandidat Steinbrück passt offenbar nicht zu seinem . – Wer erwähnt den Urahn in der Deutschen Bank, wenn er doch ein Programm vertreten soll, das eindeutig links von der Mitte steht? Zweitens: Was hat eine Niederlage in einem Bewerbungsschreiben zu suchen? Drittens: Lücken im Lebenslauf machen sich gar nicht gut, schon überhaupt nicht, wenn sie die jüngste Vergangenheit betreffen.

bleibt Mist

Da bewirbt sich also offenbar einer, der Mitglied im falschen Verein ist, mit einem Programm, das nicht das seine ist um eine Führungsposition, nachdem er zuvor geholfen hat, die letzte Wahl zu verlieren und seitdem nichts mehr zustande gebracht hat. Würden sie so jemandem diesen Job geben? Mehr noch, der Eindruck, den dieser Lebenslauf hinterlässt, entspricht haargenau dem, was wir bisher von der SPD und ihrem Kandidaten Steinbrück im Wahlkampf gesehen haben. Es ist ohnehin schwer, gegen Angela Merkel eine Wahl zu gewinnen. Wenn man es aber weder wirklich will, noch daran glaubt, noch professionell an die Sache herangeht, geschieht einem die Niederlage recht. “Opposition ist Mist”, so hat sein Politikverständnis einmal zusammengefasst. Bevor die SPD die tiefere Bedeutung dieses Satzes nicht verinnerlicht, wird sie mit noch sehr viel mehr Mist in Berührung kommen.

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