Am Dienstag wird in den USA gewählt: Obama oder Romney trennen gerade mal 0,7%

Obama oder Romney?

Obama oder Romney? Am Dienstag wissen wir mehr.© Getty Images

Obama oder Romney? Am Dienstag wissen wir mehr.

Am Dienstag wird in den USA gewählt: Obama oder Romney trennen gerade mal 0,7%

Obama oder Romney. Am Dienstag haben nominell über 230 Millionen Amerikaner die Wahl. Die US-Präsidentschaftswahl, soviel ist bereits heute klar, wird eine äußerst knappe Entscheidung; Obama und Romney trennen in den Umfragen vor dem letzten Kampagnen-Wochenende gerade einmal 0,7%. Ob Barack Obama Präsident bleiben kann oder sein Herausforderer neuer wird, ist also völlig offen und das ist die eigentliche Überraschung in der Endphase dieser Konfrontation. Schließlich hatte Präsident Obama auf Romney noch bis Ende September konstant 4-5 Punkte Vorsprung. Diese globalen Zustimmungs-Werte sind zwar aufgrund des US-Wahlsystems immer mit Vorsicht zu genießen, aussagekräftig sind sie dennoch.

Verliert Obama gegen Romney auf eigenem Platz?

Und so geht der Blick unwillkürlich zurück zum ersten der drei TV-Debatten zwischen Obama und Romney am 4. Oktober, in der der Präsident nach allgemeiner Ansicht den Kürzeren zog. Auch die Punktsiege für Obama in den folgenden beiden Duellen konnten diese Auftaktniederlage – glaubt man den Zahlen – nicht wettmachen. “There’s no second first impression.”; diese Binsenweisheit scheint wie so oft zuzutreffen. von Romney mit Worten besiegt? Stünde dies am Dienstag als Fazit, wäre das eine Sensation. Denn alle Konjunktur- und Arbeitslosigkeitsdaten, Staatsschulden und sonstige Fährnisse hätten im Wahlkampf gegen Mitt Romney dann offenbar weniger geschadet, als eine einzige schwache Stunde auf seinem ureigenen Spielplatz: Der öffentlichen Rede. Denn womit sonst hatte der Underdog Obama 2008 erst Hillary Clinton und dann John McCain geschlagen, als mit seiner immer noch erstaunlichen verbalen Eloquenz?

Wahlsieg weggeschenkt?

Wenn Obama gegen Romney nun auf diese Weise verlieren sollte, müsste man konstatieren, dass er den Sieg weggeschenkt hätte. Die offensichtliche Lustlosigkeit Obamas in der ersten Debatte gegen Mitt Romney, seine spürbare Ablehnung des Debattenformats und das Gefühl von “der kann mir doch nichts”, hätten ihn dann tatsächlich zu Fall gebracht. Angesichts des Grads der Professionalität die US-Präsidentschafts-Kampagnen allgemein und Barack Obamas “Maschine” insbesondere erreichen, wäre das eine für Obama eine ganz persönliche Katastrophe. Barack Obama hat sich nach der Debatten-Niederlage gegen Mitt Romney bei seinem Wahlkampf-Team für seinen Auftritt in einem Ton entschuldigt, der nahelegte, dass er wusste, was das bedeuten konnte. Der amtierende Präsident, das wird auch im Duell Obama gegen Romney deutlich, hat bei einer Wahl neben vielen Vorteilen eben auch mehr zu verlieren, Schwächen werden ihm seltener verziehen als seinem Herausforderer.

Ob Obama gegen Romney tatsächlich den Kürzeren zieht, wissen wir noch nicht. In den wenigen verbleibenden Tagen bis zur Wahl ist nicht davon auszugehen, dass den Kontrahenten noch entscheidende Fehler unterlaufen und so kann Obama vielleicht am Ende hoffen, dass Hurricane zu seinem wird.

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