Streit in der französischen Nationalmannschaft

Nicolas Anelka und die Sprache Voltaires

Vas te faire enculer - Nicolas Anelka

Nicolas Anelkas angebliche Erwiderung gegenüber Trainer Raymond Domenech

Offener Streit im Team Frankreichs

Bereits vor den blamablen Vorstellungen der französischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika galt das Team als zerstritten und Raymond Domenech als Trainer mit massivem Autoritätsproblem.

Nicht wenige in Frankreich, zuletzt der französische Jahrhundertspieler Zinedine Zidane, sprechen offen auch von der mangelnden Fachkompetenz Domenechs (“Er ist kein Trainer, nur einer, der Spieler auf den Platz stellt.”). Darüber hinaus gab es Berichte über Prügeleien zwischen Spielern auf dem Rückflug nach einer verlorenen Partie in der Qualifikation. Und Yohann Gourcuff, einer der besten Spieler des Landes, steht angeblich nicht im WM-Kader, weil er von seinen Mitspielern massiv gemobbt wurde.

Eskalation in der Halbzeit gegen Mexiko

Nach der ersten Halbzeit der desaströsen 0:2-Niederlage der Franzosen gegen Mexiko eskalierte die Situation in der Kabine: Nicolas Anelka, bei der WM bisher mit einer blassen Leistung im Sturm, erwiderte auf die Aufforderung Domenechs, sich doch etwas mehr anzustrengen: “Vas te faire enculer, sale fils de pute!”

So berichtete zumindest die französische Sportzeitung L’ Équipe. Wir nehmen an dieser Stelle Abstand von einer Übersetzung; aus schierer Achtung vor der Bildgewalt der Sprache Voltaires, die in jeder Übertragung nur an Plastizität verlieren kann.

Mannschaft boykottiert Trainer

Mittlerweile beschäftigt Anelkas Äußerung – er betont übrigens, er habe die genannten Worte nicht verwendet – auch die französische Politik. Die Nationalmannschaft hat indessen eine von Trainer Domenech wie üblich angesetztes Trainingseinheit boykottiert.

Was ist da schon ein 0:1 gegen Serbien?

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