US-Anti-Doping Agentur legt Beweise gegen Lance Armstrong vor

Lance Armstrong zum Letzten?

Lance Armstrong zum Letzten?

Lance Armstrong hat keinen seiner -Siege ohne Doping herausgefahren. Mehr noch, Armstrongs damaliges Rad-Team US Postal “unterhielt das ausgefeilteste, professionalisierteste und erfolgreichste Doping-Programm in der Sportgeschichte”. Dies erklärte die US-Anti-Doping Agentur () in dieser Woche, die damit ein Fazit aus über 1000 Seiten Beweismaterial zog, welche nun dem internationalen Radsportverband () vorliegen. Die USADA hatte Lance Armstrong bereits im August lebenslang gesperrt und ihm alle Wettkampfergebnisse seit 1998, inklusive der sieben Tour de France-Siege, aberkannt. Ob Lance Armstrong rückwirkend seine Titel verliert, hängt nun an der Bestätigung des USADA-Spruchs durch die . Ob wir damit tatsächlich das letzte Wort zum Fall Lance Armstrong vernommen haben, bleibt demnach noch unklar, denn die ist schließlich beim Thema Doping im bislang vor allem durch ihr Halbherzigkeit und offenes Wegsehen aufgefallen.

US-Anti-Doping Agentur legt Beweise gegen Lance Armstrong vor

Die Beweise der USADA gegen Lance Armstrong wird – nach dem Eindruck einer ersten Durchsicht – aber nicht einmal die UCI ignorieren können. Allein 11 frühere Teamgefährten von Lance Armstrong (darunter Floyd Landis, George Hincapie, Tyler Hamilton und Levi Leipheimer) haben, umfassend und zu ihrem eigenen Schaden, über das strukturelle Doping bei US Postal ausgesagt. Ob das Urteil der USADA, Lance Armstrongs Team sei die professionellste Doping-Unternehmung der Sportgeschichte gewesen, angesichts staatlicher Doping-Programme – nicht nur – im ehemaligen “Ostblock” Bestand haben kann, sei einmal dahingestellt. Im dopingverseuchten Radsport, dessen Teams bisher bestenfalls als halbprofessionelle Doping-Verbrecher aufgetreten und ihrer Bestrafung oftmals nur durch tatkräftige Mithilfe des Radsport-Verbandes entgangen sind, erweist sich Lance Armstrongs einstiges Wunder-Team ganz sicher als Gigant.

Amateure von der Uni Freiburg

Im Fall Lance Armstrong hat es besonders lange gedauert, bis die schon lange bestehnden Doping-Vorwürfe gründlich untersucht wurden. Bereits 1999 wies Lance Armstrongs Blut ein verbotenes Kortikoid auf und die renommierte französische Sportzeitung “L’Équipe” legte 2005 Beweise für EPO-Doping bei Armstrong und seinem Team bei der Tour 1999 vor. Jeweils ohne Folgen. Wir als damals noch hartgesottene -Fans wussten natürlich spätestens seit der Etappe von L’Alpe d’Huez 2001, als Lance Armstrong einen fitten (!) Ullrich in unfassbarer Manier am Schlussanstieg stehenließ, dass da etwas nicht stimmen konnte… Angesichts der Ergebnisse im Doping-Fall Ullrich bleibt uns nun allerdings nur noch, die Überlegenheit des US-Dopings über die Amateure der Uni Freiburg festzustellen. Vielleicht war dies ja dann doch das letzte Wort zu Lance Armstrong. Wir hätten nichts dagegen.

Themenverwandte Artikel, die Sie auch interessieren könnten:

  • Ein Trauernder

    So bitter die Geschichte der Tour seit Miguel Indurain auch ist, zunächst einmal sollte man nicht vergessen, ihm, dem offenbar letzten wirklich großen Sportler des Radsports, seinen gebührenden Platz über all den “Riisen”, Ullrichs, Pantanis und vor allem über Lance Armstrong zurückzugeben. Und dann bleibt wahrlich nur noch Katzenjammer: Wie konnten wir uns mit unseren hochdekorierten Freiburger Professoren nur so (im wahrsten Sinne) abhängen lassen? Es sollte in der Rückschau bedeutungslos sein – mir persönlich tut es, ein letztes Mal, doppelt weh…