Studie zur Gewalt gegen Kinder in religiösen Familien

Kinder schlagen nach Gottes Plan

Kinder schlagen nach Gottes Plan

nach Gottes Plan

Kinder schlagen nach Gottes Plan

Kinder schlagen ist in Deutschland verboten. Die mit Hand, Gürtel, Rohrstock etc. stellt das Bürgerliche Gesetzbuch seit 1998 ausdrücklich unter Strafe. Erst seit 1998, muss man betonen. Ein grundsätzliches “Recht auf gewaltfreie ” formulierte der Gesetzgeber darüber hinaus im Jahr 2000, das “körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen” für unzulässig erklärt. Das Schlagen von Kindern als Erziehungsmaßnahme ist allerdings keineswegs aus deutschen Familien verschwunden, wie eine jüngst erschienene, großangelegte des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) mit 50.000 Befragten ergab. Einer der deutlichsten Zusammenhänge, die die zur Gewalt an Kindern in der Erziehung dabei aufdeckte, ist die Korrelation von elterlicher Gewalt und Religiosität.

Religiöse schlagen ihre Kinder öfter

Kinder protestantischer Eltern werden demnach umso häufiger geschlagen, je wichtiger die Eltern ihre für die Erziehung beurteilen. Bei katholischen Eltern ist es interessanterweise umgekehrt; dort gilt: je frommer desto weniger Gewalt. Eindeutig am höchsten ist das Risiko für eine schlagende Erziehung in Familien mit -freikirchlichem Bekenntnis. Jedes fünfte (!) Kind aus besonders frommen, freikirchlichen Elternhäusern erlebt massive Misshandlung durch seine vom Geist erfüllten Erziehungsberechtigten. Es gibt dabei in zahlreichen geprägten Erziehungsratgebern regelrechte Anleitungen zum Kinder-Schlagen nach Gottes Willen, wie eine ebenfalls neue Studie aus der Schweiz belegt. Diese Ratgeber zirkulieren in beachtlichen Auflagen in freigemeindlichen Kreisen und die Autoren geben – trotzdem ihre Bücher mittlerweile zum Teil sogar behördlich indiziert werden – quer durch die deutschsprachigen „Bible Belts“ fröhlich Erziehungsseminare.

“Wie man einen Knaben gewöhnt”

Kostprobe gefällig? “Wenn es Zeit wird, die Rute anzuwenden, atmen Sie tief ein, entspannen Sie sich, beten Sie: ‘Herr, lass das eine wertvolle Lektion werden.’ Wenn Sie sich auf das Kind setzen müssen, um es zu versohlen, dann zögern Sie nicht. Und halten Sie es solange in dieser Stellung, bis es aufgegeben hat.” Wer Michael Hanekes Film “Das weiße Band” gesehen hat, dem kommen diese Anleitungen bekannt vor. Entnommen ist diese verklärte Widerwärtigkeit dem bezeichnend betitelten Buch “Wie man einen Knaben gewöhnt” von Michael und Debi Pearl – wie viele einschlägige Ratgeber kommt es aus den USA. Wir haben uns bei der Lektüre eines Texts lange nicht mehr so gegen das Erbrechen wehren müssen, wie in diesem Fall und ersparen Ihnen weitere Zitate.

Gottgewollter Liebesdienst mit der Rute

Kinder Schlagen als gottgewollter Liebesdienst. Wer den Islam für menschenfeindlich hält, möge sich bitte einen Augenblick überlegen, wer hier im Glashaus sitzt. “Wenn man so den Willen der Kinder bricht, dann erzeugt man willige Werkzeuge.”, kommentiert der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther die systematische Misshandlung im frommen Mäntelchen. Das dürfte ziemlich genau Zweck der Übung sein.
“Es kann doch wohl nicht sein / Dass ihr euch darauf einlasst / Zu glauben eure Götter die verzeih’n das.” reimte einst Rapper “Nosliw”. Angesichts der ihre Kinder schlagenden Eltern, die mit überirdischer Hilfe auf Kosten der Körper und Seelen ihrer Schutzbefohlenen ihre Machtphantasien ausleben, hoffen wir dann doch wieder einmal auf die Existenz eines Gottes. Möge er oder sie sich der Sünden dieser Eltern annehmen: in bester alttestamentlicher Tradition und Zahn um Zahn.

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