Hornquartett

Vier Hörner als Ensemble

Hornquartette findet man sowohl innerhalb von Orchestern, als auch als selbständige Ensembles.

Dabei werden die (Wald-)hörner aufgrund ihres riesigen Tonumfangs (über vier Oktaven!) im in hohe (1./3.) und tiefe Hörner (2./4.) eingeteilt. Im reinen Hörnerensemble (außerhalb des großen Orchesters) kommt dieser Unterschied (hoch/tief) nicht mehr so stark zur Geltung. Hier ist häufig auch das 2.Horn höher gesetzt als das 3.Horn.

Im Orchester ging man jedoch von „Hörnerpaaren“ aus: In früheren Epochen (Wiener Klassik, Frühklassik, Barock) wurde das Horn meist paarweise (2 Hörner) besetzt. Erst ab der Romantik (Weber, Freischütz) wurde das im Orchester zur Regel. Die Einführung der Ventile begünstigte diesen Umstand. So verwendet beispielsweise sowohl Natur- als auch Ventilhörner (1. Hörnerpaar/1.u.2.Horn – Naturhörner, 2. Hörnerpaar/3.u.4. Horn – Ventilhörner). Die Hörner bilden im Orchester sozusagen den „Rumpf“ der Bläser (das harmonisch-rhythmische Gefüge), während Holzbläser und Trompeten-Posaunen-Gruppe die „Glieder“ darstellen.

Eben zu dieser Gruppe der Holzbläser einerseits und zur Gruppe des sog. „reinen Blechs“ (Trompete/Posaune) andererseits bildet das Hornquartett den klanglichen Übergang, dient also der „Verschmelzung“ von Holz und Blech. Hiermit wird auch die übliche Partituranordnung (Hörner über den Trompeten, obgleich letztere die meist (nicht immer!) höher spielenden Instrumente sind) sinnfällig. Richard Wagner setzt die Hörner sogar in den Meistersingern und im Tristan über die Fagotte – also voll in den Holzbläsersatz integriert, während die Trompeten/Posaunengruppe zusammen mit der Pauke eine eigene Untergruppe bilden.

Richard Wagner, Anton Bruckner und Richard Strauss verdoppeln mitunter das Hornquartett (so in Wagners „Ring des Nibelungen“, Bruckners 7./8./9. Symphonie oder in R. Strauss’ „Ein Heldenleben“, wo acht Hörner besetzt sind).
Dem zweiten Hornquartett (5.-8.Horn) obliegt häufig die Aufgabe die sog. Wagnertuben zu spielen. Die Wagner- oder Horntuben sind tenorhornförmig, aber linksgriffig und werden mit einem Waldhornmundstück geblasen. Die Mensur (Mundrohr) ist eng wie beim Horn. Ein besonders schönes Beispiel für das Horntubenquartett bietet der langsame Satz aus Bruckners siebenter Sinfonie.

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