Über Heimat und zu Hause

Heimat Deutschland?

Heimat gibt es nur in Deutschland?

gibt es nur in Deutschland?

Gibt es Heimat nur in Deutschland?

Wir wussten es eigentlich immer: Heimat gibt es nur in Deutschland. Zumindest aus anglophoner Sicht ist das so. Denn, wie uns die englische Wikipedia belehrt, für das deutsche Wort Heimat gibt es keine exakte Entsprechung im Englischen – im Französischen übrigens auch nicht. Heimat, so lesen wir weiter, habe irgendetwas mit der Beziehung zwischen Mensch und einer “spatial social unit” zu tun, einer “räumlich bestimmten sozialen Sphäre”, so wollen wir einmal übersetzen. “Beziehung zwischen Mensch und Raum” steht – in der Abweichung irgendwie bezeichnend – in der deutschen Ausgabe derselben Netz-Enzyklopädie. Heimat, Mensch, Raum in einem Satz; da wären wir definitiv schon irgendwo auf sehr deutschem Gebiet, oder nicht?

Der muffige

Offen gesagt hatten wir von Heimat immer geglaubt, dass uns dieses Konzept nicht wirklich beträfe, zumindest nicht in Sinne eines Staatsgebiets. Heimat, das war doch diese muffige Ecke, in der es nach abgestandenem roch; nach Maggi und dieser haltigen Fertigwürzmischung, bei deren Geruch wir das soeben betretene Restaurant stets wieder verlassen hatten. Und nun? Nach vierzehn Monaten Abwesenheit von dieser uns zugemessenen „Heimat“ – hat sich diese Beziehung zu jener räumlich bestimmten sozialen Sphäre geändert? Nicht grundlegend oder, um weiter der Nase nach zu gehen, Heimat hat für uns ihren muffigen Geruch nicht verloren. Wir fragen uns noch immer, warum die englisch sprechende Welt ganz gut mit “home” zurechtkommt, die Franzosen mit dem niedlichen “berceau” (“Wiege”) und nur wir Deutschen etwas so schwer-plumpes wie “Heimat” benutzen. Mentalitätssache?

Heimat und zu Hause

Doch halt. Ja, ihren olfaktorisch-weltbürgerlich begründeten Schrecken hat das Wort Heimat für uns nicht verloren; vielleicht verstehen wir es aber nun besser, zumindest zum Teil. Nicht den Teil von Heimat, der Fahnen schwenken möchte; den noch immer nicht. Aber den anderen, kindlich-naiven, der eine Umgebung beschreibt, die viel kleiner ist, als ein , in der man sich aber ohne zu fragen, ohne Nachzudenken, zu Hause fühlt. Warum? Nun, sie mag vielleicht schlecht riechen, diese Heimat, aber man kennt den Geruch eben schon so lange. Man “kennt den Code”, könnte man auch sagen: man kennt sich aus, muss weder fragen noch bangen, um seine Wege zu finden, weiß, wie die Menschen um einen herum so ticken. Heimat als Erholungsraum? Ja, irgendwie schon. Die Abwesenheit von materieller Not vorausgesetzt (nota bene!), lebt es sich in der Heimat, in derjenigen sozialen Sphäre, in die hinein man sozialisiert worden ist, vermutlich am leichtesten und eben nicht im Südsee-Paradies, zumindest nicht auf Dauer.

Brauchen wir also diese Beziehung, diese Heimat? Ja, irgendwie schon, so sehr wir uns sträuben. Ganz ohne Wurzeln geht es für uns wohl nicht, aber wir sagen trotzdem lieber zu Hause.

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  • Frank Poschau

    2013 Polizist in Deutschland

    Ordnung, Sicherheit, Schutz,
    für Gemeinschaft, Grundgesetz,
    unseren Staat nicht im Schmutz,
    Verbrecher werden festgesetzt.

    Der Grundgedanke Vertrauen,
    schiebe ich heute Überstunden,
    werde unbezahlt verhauen,
    studiert, Sinn nicht gefunden.

    Stellen werden gekürzt, abgebaut,
    Politiker werden immer mehr,
    Kriminalität, es wird mehr geklaut,
    wo kommt die Sicherheit her.

    Ich soll meinen Kopf hinhalten,
    heut verhaftet, morgen frei,
    viel schreiben, selbst verwalten,
    eine Pistole, Verbrecher haben drei.

    Mund halten, viele haben resigniert,
    was eins der Wachmann an der Ecke,
    heut nicht Sinn, Stunden abkassiert,
    angespuckt, in Gefahr verrecke.

    Spielball zwischen Volk und Politik,
    Staatsgewalt weichgespült,
    Steuerzahler blutend niederliegt,
    Polizist, Bürger abgekühlt.
    Frank Poschau
    http://www.frank-poschau.jimdo.com

  • Frank Poschau

    Deutschland Heimat mein Vaterland

    Dichter und Denker brachtest du hervor,
    manchmal war Eisen das letzte Argument.
    In Ketten blühtest du erneut zum Glanz,
    von dem Alten du nur die Alten kennst.

    Gepflastert mit Ehrenmale von Siegern,
    Gestrige die heute noch besiegen.
    Große Teile aus deinem Leib verschachert,
    ewig von ihrem Sieg nicht genug kriegen.

    Heimat, Vaterland willst du mir sein,
    nährend an Mutters Brust, Felder so weit.
    Dein Leib geschunden, geschliffen, geöffnet
    für eine bittere, trügerische Einigkeit.

    Deutschland, Deutschland, einig Vaterland,
    wo sind die Dichter und Denker hin.
    Wo Einigkeit, Zusammenhalt, wo das Volk,
    ewig Wachstum, dahinsiechend ohne Sinn.

    Sei mir Halt, Mutter und Vater,
    Zukunft für unsere Kinder, nie allein.
    Erbreche die, die dich zerreißen,
    um nicht mit uns einig zu sein.

    Einigkeit um Frieden im Handeln,
    Grenzen die uns wahren, uns schützen.
    Dein Leib soll nicht schwellen,
    sonst kein Halt, wem soll das nützen.

    Du kannst vielfältig bunt sein,
    keine braune, einfältige Trist.
    Wir sprechen eine Sprache,
    die in Deutschland deutsch ist.

    Ein Volk der Kultur beraubt,
    bringt keine Denker mehr hervor.
    Ein Volk ohne Grenzen ist grenzenlos,
    wer anders denkt ist ein Tor.
    Frank Poschau
    20.07.11
    http://www.frank-poschau.jimdo.com