Zu den Plagiats-Vorwürfen gegen Dr. zu Guttenberg

Guttenberg und die Eitelkeit

Guttenberg und die Eitelkeit

Guttenberg und die Eitelkeit

Wird es tatsächlich eng für Karl-Theodor ? Ist, anders gesprochen, Dr. zu Guttenbergs Dissertationsschrift ein ?
Dass zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit Textpassagen aus Werken anderer Autoren ohne Angabe der jeweiligen Quelle übernommen hat, wird nicht mehr zu widerlegen sein. Dieser Umstand mag für einige Stellen der Schrift “lediglich” als Verletzung der wissenschaftlichen Sorgfalt und damit als – leider – alltäglicher Fall einzustufen sein. Ganz gewiss jedoch nicht für so prominente Textstellen wie die ersten (!) Absätze der Einleitung. Bleibt die Frage, wieso ein offenbar sehr intelligenter Mann mit eindeutigen politischen Ambitionen, also einer “großen Fallhöhe” sich so angreifbar macht? Einiges weist darauf hin, dass der Fall “Guttenberg und die Eitelkeit” benannt werden muss.

Zu den Plagiats-Vorwürfen gegen Dr. zu Guttenberg

Plagiats-Vorwürfe sind im wissenschaftlichen Betrieb nichts Ungewöhnliches – ebenso wie Plagiate, deren Zahl mit zunehmendem Zeit- und Konkurrenzdruck und den digitalen Kopiermöglichkeiten offenbar stetig steigt. Motiv und Möglichkeit machen aber noch keinen Täter. Damit man die Leistung eines anderen als eigene ausgibt, muss vielmehr noch im Kopf des Plagiierenden etwas passieren. Dieses “etwas” kann mit übersteigertem Ehrgeiz zusammenhängen oder mit neumodisch-verbreiteten Ansicht, geistige (oder künstlerische) Leistungen gehörten “allen”. Im Falle Guttenbergs kommt erschwerend hinzu, dass der Mann nicht nur einen wissenschaftlichen Grad zu verlieren hat. Hier steht das sorgsam aufgebaute Bild des vielversprechendsten konservativen Polit-Stars der deutschen Gegenwart auf dem Spiel. Wenn sich jemand, der so akribisch am einen Auftraten arbeitet, wie zu Guttenberg, wegen einer Lappalie so in Gefahr begibt, dann nur aus einem Grund: Es ist das alte Thema des “mir kann doch keiner was”, kurz: die Eitelkeit.

Eitelkeit und Fallhöhe

Eitelkeit und Fallhöhe, dieses schöne Begriffspaar zieht sich geradezu als ein dissertationstaugliches Leitthema durch die Geschichte, auch die der BRD. Da sind natürlich Helmut Kohl und die Parteispendenaffäre, da sind – in einem ganz anderen Kontext – Boris Becker und die Kleiderkammer eines Londoner Hotels, da sind Margot Kässmann und die 1,5 Promille. Und selbst Silvio Berlusconi, der in – und mit – Italien seit den 1990er Jahren buchstäblich macht, was er will, wird, wenn er denn fällt, über das Spieglein an der Wand fallen, das Unangreifbarkeit suggeriert.
Wie um uns zu bestätigen lesen sich da die Zeilen, die zu Guttenberg seiner voranstellt und in denen er vollmundig auf seine “verwegene Charakter- und Lebensmelange” rekurriert.

Spieglein, Spieglein.

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