Ein Nachruf auf Muammar a-Gaddafi
Gaddafi: Verlust eines Diktators?
Montag, 24. Oktober 2011 von AK
Sturz des Tyrannen Gaddafi
Muammar al-Gaddafi, einer der letzten aus der berühmten “Achse des Bösen”, ist vergangenen Donnerstag erschossen worden und es gehört nicht viel Vorstellungsvermögen dazu, um sicher zu sein, dass die Angehörigen der Tausenden durch sein Regime ermordeten oder die wohl eher Zehntausenden durch dieses Gefolterten diesen gewaltsamen Tod als verdiente Strafe aufnehmen werden. Der Diktator Gaddafi wurde getötet und man wird feststellen dürfen, dass die Art seines Ablebens angesichts seiner “Lebensleistung” durchaus nicht überraschend war, um nicht von Gerechtigkeit zu sprechen. Wie es mit Libyen weitergeht, ist indes – allem wie so oft verfrühten Frohlocken zum Trotz – völlig unklar; dass diejenigen, die ihr Leben für diesen Tyrannensturz aufs Spiel gesetzt haben, ihren Sieg feiern, natürlich absolut verständlich.
Gaddafi als Spiegel der internationalen Politik
Der internationalen politischen Bühne – hier passt der Begriff tatsächlich – ist mit Muammar al-Gaddafi einer der buntesten Figuren verloren gegangen. Und das, was diese Tatsache jenseits eines unangebrachten ästhetizistischen Zynismus tatsächlich zum Verlust macht, ist am besten mit dem Zerbrechen eines Spiegels zu vergleichen. Denn das war die Wirkung des Mannes, der, gestützt auf den von ihm und seinem Clan erfolgreich privatisierten Ölreichtum Libyens, verbal und optisch immer auffiel: Im Umgang mit ihm, dem mörderischen Diktator, der – anders als viele seiner Kollegen -, diese Rolle tatsächlich meist völlig offen gab, sah sich die so oft mit hehren Werten wuchernde internationale Gemeinschaft vor den Spiegel gestellt.
Zelt im Garten des Élysée-Palasts
Selbst wenn man nicht, wie Frankreich, Gaddafi sein Beduinenzelt im Garten des Élysée-Palasts aufstellen ließ, sondern “nur” wie Deutschland, fröhlich Waffen an Libyen lieferte: Gaddafi schien es ihnen ins Gesicht zu lachen, “Seht her, ich kann machen, was ich will und Ihr, die Ihr mich eigentlich per internationalem Haftbefehl jagen lassen müsstet, wollt mit mir gut Freund sein.” Auch das gehört zur “Lebensleistung” Muammar al-Gaddafis und es sollte einige nachdenklich machen. Wird es aber nicht.
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Veröffentlicht am Montag, den 24. Oktober 2011 um 10:00 Uhr
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