Zum Amtsverständnis des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst

Franz-Peter Tebartz-van Elst oder: Der Fürst von Limburg

Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst© Wikimedia Commons

Franz-Peter Tebartz-van-Elst

Franz-Peter oder: Der Fürst von

Viele Bistümer (die evangelischen Landeskirchen ebenso) haben einfach Bischöfe; man hört nichts von ihnen, man kennt sie kaum. Andere haben Stars, wie früher Berlin oder Hannover. Limburg hat einen Fürsten: Bischof . Nein, historisch gesehen ist der Limburger Bischofsstuhl kein fürstlicher Sitz. Anders als in Würzburg oder Passau macht hier nicht der Titel den Fürsten, vielmehr ist es Tebartz-van Elsts Amtsverständnis, das an die Zeiten erinnert, in der das geistliche Schwert auch in diesem irdischen Jammertal eine scharfe – und goldene – Klinge besaß. ist bereits seit seiner Inthronisation (sic!) zum im Jahr 2008 durch, vorsichtig formuliert, überaus selbstbewusste Amtsführung aufgefallen. Die derzeitigen Schlagzeilen indes klingen schriller; Tebartz-van Elst scheint, was auch immer das am Ende bedeutet, den Bogen überspannt zu haben.

Amtsverständnis des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst

Spätestens seit 2009 weht im auch von Tebartz-van Elsts Vorgängern nicht sonderlich demokratisch geführten ein offenbar besonders rauer Wind. Die Klagen von Priestern und Laien über “klerikalen Dünkel”, “Selbstverliebtheit”, “Zurschaustellung höfischer Elemente” und schlichtes Desinteresse ihres Bischofs an ihren ganz alltäglichen Nöten und Bedürfnissen reissen seither nicht ab. Es gab offene Briefe von Priestern und Unterschriftensammlungen nach Gottesdiensten, die den Bischof aufforderten, sein Amtsverständnis zu hinterfragen oder gleich zurückzutreten. Selbst der Heilige Stuhl sah sich in diesem Jahr genötigt, Tebartz-van Elst mit einem “brüderlichen Besuch” Kardinal Lajolos von der vatikanischen Bischofskongregation zu bedenken, da er die “Einheit zwischen Bischof und Volk” in Gefahr wähnte.

Höfische Elemente in der Realität

Unterdessen scheint eben jene “Zuschaustellung höfischer Elemente” für Bischof Tebartz-van Elst zum offenkundigsten Stolperstein zu werden. Allerdings schwant dem unbeteiligten Beobachter, dass diese Kategorisierung der Geisteshaltung des Bischofs nicht ganz gerecht wird. Eher scheint sich Tebartz-van Elst – ganz in der Tradition des späten Helmut Kohl oder der weniger späten Bischöfin Käßmann (der Fall Dyba lag etwas anders) – wohl des Unterschieds zwischen der eigenen Realität und der der anderen nicht mehr ganz bewusst. Dazu muss man sich die saftigsten Stationen dieser Provinzposse (denn genau darum handelt es sich eigentlich) nur in Schlagzeilenform vor Augen führen: “Bischof besucht indisches Armenviertel mit Erster-Klasse-Flug”, “Tebartz-van Elsts : 31 statt 2 Millionen Euro”, “Freistehende Badewanne für 15.000 Euro in der Bischofswohnung.”, oder “Tebartz-van Elst wegen zweifacher Falschaussage angeklagt”.

Das erstaunliche: Keine dieser Schlagzeilen ist sachlich falsch. Und nicht einmal Helmut Kohl hat die CDU-Spendenaffäre im Amt überlebt. Wenn Tebartz-van Elst zu Weihnachten noch Hochämter zelebriert, sind wir ehrlich beeindruckt.

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    auszumerzen. Etwas in dieser Art kommt immer dabei heraus, wenn in den naiven Kategorien
    „gut“ und „böse“ gedacht, bzw. zu denken versucht wird.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/glaube-aberglaube-unglaube.html