Der Euro-Rettungsfonds soll einen Hebel bekommen, aber worauf ruht der?

Ein Hebel für den Euro

Hebel den Euro

Der -Rettungsfonds soll einen bekommen, aber worauf ruht der?

“Gebt mir einen festen Punkt und ich werde die Welt aus den Angeln heben.” Mit diesen oder ähnlichen Worten soll Archimedes einst seine Entdeckung der Hebelwirkung illustriert haben. Beim in dieser Woche beschlossenen Finanz-Hebel für den Euro-Rettungsfonds scheint die notwendige Bedingung fürs Hebeln, der feste Punkt, an dem der Hebel ansetzt, bezeichnenderweise nicht Gegenstand der Diskussionen der selbsternannten Euro-Retter gewesen zu sein. Klar ist jedenfalls, dass das Eingeständnis, Griechenland einen Schuldenschnitt gewähren zu müssen dieser Hebelpunkt nicht sein kann. Das griffige Bild des Hebels, der den Euro aus der Krise befördert, kann die Tatsache nicht verdecken, dass in Europa weiterhin Planlosigkeit herrscht und der nächste Krisengipfel nicht lange auf sich warten lassen wird.

Ein Hebel für den Euro

Was aber steckt eigentlich hinter dem ominösen Hebel für den Euro, über den sich Frankreich und vorletzte Woche so uneins waren, dass aus einem Gipfel zwei wurden? Wäre man der französischen Hebelvorstellung gefolgt, hätte man den EFSF zu einer gemacht, die sich unbegrenzt und günstig Geld bei der Europäischen Zentralbank hätte leihen können, um es in Form von Krediten an überschuldete Euro-Staaten weiterzugeben. Die nun beschlossene Deutsche Hebel-Variante sieht vor, Investoren für den Kauf europäischer Staatsanleihen zu begeistern, indem man ihnen für einen Teil der investierten Summe über den ESFS Garantien zusichert. So sollen aus 250 Milliarden Euro eine Billion werden. Wer beide Modelle für Varianten der wundersamen Geldvermehrung hält, liegt nicht falsch, denn eines ist klar: Am Ende wird jemand bezahlen müssen.

Am Ende muss bezahlt werden

Und ob das indirekt über eine überschuldete Euro-Bad-Bank oder eine Versicherung mit lauter Hochrisiko-Kunden geschieht, ist irrelevant. Vielmehr wird in beiden Varianten des Hebels für den Euro vor allem ein erneut größeres finanzielles Rad gedreht als zuvor, Fortsetzung nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sicher. Und mit der Größe der Summen steigt das Risiko, wenigstens das sollten wir aus den letzten vier Jahren gelernt haben. Der Archimedische Punkt, von dem aus die zunächst einmal überhaupt handhabbar gemacht werden könnte, ist dadurch noch lange nicht gefunden. Während aber die Pleitegeier über dem nächsten Euro-Land, Italien, aus dem Kreisen in den Sinkflug absteigen, möge man sich die Bedeutung eines Hebels ohne Fixpunkt bitte in Erinnerung rufen: Er ist nutzlos.

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