Bauwerk

Dresdner Zwinger

Dresdens Zwinger – der Innenhof

Dresdens Zwinger – der Innenhof

1. Allgemeines zum und Geschichte des Baus

Mit dem Kronentor, seinen Pavillons, dem Nymphenbad, den vielen Steinmetzarbeiten wie Putten, Bögen, Säulen, stellt der Dresdner Zwinger ohne Zweifel eines der beeindruckendsten Werke des europäischen dar. Untrennbar ist der Zwinger mit dem Namen der Stadt verbunden. Das beherbergt eine herausragende und liegt zwischen der Semperoper und dem Postplatz. Nur wenige Schritte sind es zu weiteren historischen Bauten, wie dem Residenzschloss mit der Hofkirche.

Erbaut wurde dieser „Edelstein deutscher Barockkultur“ in der Zeit von 1709 bis 1722 vom Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und dem Bildhauer Balthasar Permoser auf den Resten der Festungsmauern einer alten Bastion zwischen der Semperoper und dem Postplatz. Auftraggeber war August der Starke. Diese beiden einander ideal ergänzenden Künstler entwickelten ein Konzept, das in ganz Europa einmalig sein sollte. So wurde ein Ensemble von Galerien und Pavillons errichtet, und damit die Hauptsache, nämlich die Funktion, gar zur Nebensache erklärt.

Die Bezeichnung „Zwinger“ stammt eigentlich aus dem Festungsbau und bedeutet soviel wie „unbebauter Bereich zwischen äußeren und inneren Wehrmauern“. Hier verlief einst die Stadtbefestigung, und sie war fest genug, Dresden die Stürme des Dreißigjährigen Kriegs überstehen zu lassen. 60 Jahre später waren Stadtbefestigungen dieser Art militärisch bedeutungslos geworden, So erteilte August der Starke den Auftrag, an dieser Stelle ein repräsentatives Ambiente für seine gigantischen Hoffeste zu errichten – als Endpunkt glanzvoller Umzüge durch die Stadt, ursprünglich als Orangerie und höfischer Festspielplatz, später dann als Ausstellungsgebäude. Schon während der Bauzeit wurde hier Karneval gefeiert. Bevor der Zwinger auf diesem Gelände erbaut wurde, ließ August der Starke schon vorher eine repräsentative Arena aus Holz für Festlichkeiten unter freiem Himmel errichten. Doch als er 1709 erneut mit russischer Hilfe König von Polen wurde, entstanden die ersten festen Zwingerbauten.

Die Umbauung des Zwingers besteht aus dem Kronentor und zweigeschossigen Pavillons, die durch Galerien miteinander verbunden sind. Die Wallseite (gegenüber dem Glockenspielpavillon) stellte den ersten Bauabschnitt dar. Neun Jahre später war die Kronengalerie mit dem Kronentor fertig. 1719 fand die Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August mit der österreichischen Prinzessin Maria Josepha statt. Die Eheschließung dauerte 1 1/2 Monate und fegte die Staatskassen leer.

Von da an ging es mit dem Zwingerbau sehr viel langsamer vorwärts. Neun Jahre lang hatten die Handwerker mit dem Glockenspielpavillon und seinen Galerien zu tun. 1732 war man mit dem Innenausbau fertig. Die zum Theaterplatz hin offene Seite wurde mit einer Mauer verschlossen als 1732 die Arbeiten ausliefen. Erst 1847-55 wurde durch Sempers Galeriebau im Stil der italienischen Renaissance das bedeutendste Bauwerk des Spätbarocks zum Abschluss gebracht. Es ging nun nicht mehr darum, den Rahmen für Hoffeste zu vollenden, sondern für die inzwischen längst berühmte Gemäldesammlung des Hauses Wettin eine geeignete, repräsentative Galerie zu erstellen. Umschlossen wird das eigentliche Bauwerk vom Zwingergraben, der den Eindruck einer ‚richtigen’ Festungsanlage entstehen lässt.

Mit seinem Entwurf versuchte Semper, sowohl dem Zeitgeschmack zu entsprechen, als auch sein Bauwerk harmonisch in das Zwingerensemble einzupassen. Er wählte schweren Sandstein für das Untergeschoss, gestaltete aber die oberen Stockwerke mit reichem Figurenschmuck. So näherte er den Gesamteindruck des Gebäudes wieder dem barocken Zwinger an. Der Fassadenschmuck zeigt auf der Theaterplatzseite Motive aus der klassisch-antiken Tradition und auf der Zwingerseite Motive christlich-romantischer Herkunft.

Dresdner Zwinger - Kronentor mit den zu beiden Seiten anschließenden Langgalerien

Dresdner Zwinger - Kronentor mit den zu beiden Seiten anschließenden Langgalerien

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde auch der Zwinger fast vollständig zerstört. Durch den Bombenangriff vom 13. Februar 1945 wurde er schwer beschädigt. Der Wallpavillon wurde von einer Mine getroffen, woraufhin die angrenzenden Bogengalerien mit zerstört wurden. Das Kronentor und der Glockenspielpavillon brannten vollständig aus. Die Gemäldegalerie wurde nur auf der nördlichen Seite zerstört. Das im südlichen Teil des Gebäudes befindliche Nymphenbad blieb erhalten. Der begann jedoch bereits 1946 und wurde mit russischer Hilfe originalgetreu wieder hergestellt. Da der weiche Sandstein sehr anfällig gegenüber Schadstoffen in der Luft und im Regen ist, mussten die Fassaden und die Figuren im Zwinger fast ständig saniert werden. Heute befinden sich im Zwinger bedeutende Ausstellungen und Sammlungen wie der Mathematisch-Physikalische Salon, die Rüstkammer, die Gemäldegalerie Alte Meister und eine einzigartige Porzellansammlung.

Im Jahr 2002, dem Jahr der „Jahrhundertflut“, stieg der Pegel der in unmittelbarer Nähe zum Zwinger verlaufenden Elbe auf bis zu 9,40 Meter an. Jedoch nicht nur die Elbe trat über die Ufer, sondern auch die Weißeritz im Westen der Stadt. Dresden wurde aus zwei Richtungen überflutet und der Zwinger lag mitten im Zentrum. Trotz großen Einsatzes von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wurde der Innenhof des Zwingers überflutet. Die Weißeritz floss in ihrem alten Flussbett durch den Hauptbahnhof und den Zwinger hindurch und ergoss sich am Landtag in die Elbe. In der Hoffnung, die Kunstwerke zu retten, brachte man sie in den Keller. Doch leider arbeitete sich das Wasser auch bis dorthin fort. Erst mehrere Tage nach Ende des Hochwassers war der ganze Innenhof wieder leergepumpt. Es traten beträchtliche Schäden auf.

2. Besonderheiten des Baus

Kronentor: Der in aller Welt bekannte und wohl am meisten fotografierte Teil des Zwingers ist das Kronentor von Pöppelmann (1714). Die Spitze des Tores wird von einer Nachbildung der polnischen Königskrone, die von vier Adlern getragen wird, geziert. Das Kronentor ist ein später Nachfahre antiker Triumphbögen. Die zwei offenen Stockwerke, reich mit Säulen, Pilastern und großartigem Schmuck ausgestattet, werden von einer kupfergedeckten Kuppel mit Golddekor überhöht. Dem Tor gegenüber auf der Westseite befindet sich ein weiteres Portal mit Blick auf ein Reiterdenkmal auf dem Theaterplatz.

Nymphenbad: Das Nymphenbad befindet sich im Zwinger von Dresden im Festungswall hinter dem Französischen Pavillon. Das von Balthasar Permoser mitgestaltete Wasserkunstwerk gehört mit zu den schönsten barocken Brunnenanlagen. Die italienischen Vorbilder sind unverkennbar. Es blieb bei den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs erhalten.

Stadt- oder Glockenspielpavillon: Eine weitere Besonderheit ist die Uhr mit Glockenspiel aus Meissener Porzellan. Der Glockenspielpavillon wurde mehrfach beschädigt, das erste Mal 1849. Der Wiederaufbau dauerte bis 1856. Beim Luftangriff 1945 erfolgte eine erneute , seine Restaurierung dauerte bis 1964. Das Glockenspiel, das den Angriff unbeschädigt überstanden hatte, wurde von ursprünglich 24 Porzellanglocken aus Meißen auf 40 erweitert.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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