"Im Krieg wird eben auch getötet"

Die Bundeswehr in Afghanistan

Karte von Afghanistan

ist wie ganz zum Kriegsgebiet geworden.

Afghanistan, die und Verteidigungsminister nach dem “Luftschlag” von Kundus.

“Im wird eben auch getötet”. Diese Reaktion auf den sogenannten “Luftschlag” (ein interessanter Euphemismus für die Tatsache eines Angriffs mit Luft-Boden-Raketen: wie schlägt man eigentlich mit Luft?) in Kundus, der Ex-Verteidigungsminister Jung das Amt gekostet hat, ist aus den Reihen der Bundeswehr zu hören.

Ist das zynisch angesichts 142 getöteter Menschen? Falsche Frage: Kann Krieg etwas anderes sein, als zynisch und grausam?
Gibt es eine andere Möglichkeit, die einzigen als “legitim” erachteten Kriegsgründe zu beschreiben, die doch auf folgendes hinauslaufen: Töten um Leben zu retten.
Und da haben wir die Anwendbarkeit dieser Definition auf die konkrete Situation noch nicht einmal hinterfragt!

Aber einen Moment, bitte. Führt Deutschland denn Krieg? Der neue, nun ebenfalls massiv unter Druck geratene Verteidigungsminister zu Guttenberg hat das, was in Afghanistan passiert, immerhin schon einmal als “kriegsähnlichen Zustand” bezeichnet.
Das sollte wohl Punkte bei der Truppe bringen. Und die diversen politischen Schönfärbungen, von “humanitärer Aktion” bis “Polizeieinsatz” und eben “kriegsähnlicher Zustand” sind ja auch tatsächlich eine Schande angesichts der Tatsachen:

Die Bundesregierung schickt Soldaten nach Afghanistan. Diese müssen dort damit rechnen, getötet zu werden und sie müssen töten.

Dass psychische Krankheiten wie das post-traumatische Streß-Syndrom (PTSD) unter Soldaten angesichts der politischen Verleugnung dieser Tatsachen zunehmen, liegt auf der Hand. Wie soll man bitte mit dem eigenen Handeln und behandelt Werden fertigwerden, wenn die heimische Öffentlichkeit dies gar nicht als das wahrnimmt, was es ist?

Wenn Sie einen Soldaten nach den Problemen im Auslandseinsatz fragen, wird er voraussichtlich auf dieses Thema zu sprechen kommen. Und er wird vielleicht eine der vielen absurden Geschichten aus der Rüstungsplanung erzählen; von den Diskrepanzen zwischen Mangel an schlichten gepanzerten Fahrzeugen einerseits und Ausgaben für High-Tech-Waffen, wie den ehemaligen “Jäger 90″, heute “Eurofighter” genannt, andererseits.

Aber eines werden Sie immer hören: Im Krieg wird getötet. Daran kommt man nicht vorbei.

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