Mikrozensus: Weniger Kinder in Deutschland als im Rest Europas

Deutschland ist arm an Kindern

Deutschland arm an Kindern

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ist arm an Kindern

Deutschland ist arm an Kindern. Dieses erste Ergebnis der jüngsten (“”) wurde in dieser Woche vom statistischen Bundesamt veröffentlicht. Danach liegt der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren bei 16,5 %. Innerhalb Europas ist Deutschland damit das Land mit den wenigsten Kindern und Jugendlichen. Bemerkenswert ist vor allem die festgestellte Entwicklung der Kinderzahlen. Seit 2000 ist demnach die Zahl der und Jugendlichen in den alten Bundesländern um 10 % gesunken, in den neuen gar um 29 %. Elterngeld hin, vollmundig präsentierte Pläne für Ganztagsschulen und mehr Kinderbetreuung her, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Deutschland leben immer weniger .

Mikrozensus: Weniger Kinder in Deutschland als im Rest Europas

Über dem EU-Durchschnitt von 19 % unter-18-jährigen liegen erwartungsgemäß die skandinavischen Länder mit ihrer gerade im Bereich Vereinbarkeit von Kindern und Beruf noch immer vorbildlichen Sozialpolitik. Aber auch unser Nachbar Frankreich ist uns mit 22 % Kinderanteil an der Bevölkerung weit voraus – kein Wunder, möchte man sagen, wo doch sinnvollerweise alle in Frankreich geborenen Kinder automatisch Franzosen sind. Ganz gleich jedoch, welche Gründe im Einzelnen für die Kinder- in Deutschland einschlägig sind. Eines ist seit Jahrzehnten unbestritten: Menschen neigen vor allem dann dazu, Kinder zu bekommen, wenn sie ihre Zukunftsaussichten grundsätzlich positiv bewerten und Kinder dabei nicht als nachteiligen „Faktor“ begreifen. Dies sind freilich rein subjektive, sehr persönliche Einschätzungen, die nichtsdestotrotz allein ausschlaggebend sind. Da hilft auch die x-te Exportweltmeisterschaft in Folge nicht.

bei 15 %

Bedrückender noch fällt ein weiteres Ergebnis des Mikrozensus aus. Von den 13 Millionen Kindern in Deutschland sind über 15 % von Armut bedroht. Statistisch gesehen lebt jedes sechste Kind, insgesamt also beinahe 2 Millionen Kinder, in Familien mit einem Jahres-Nettoeinkommen von unter 11.000 €. Das ist natürlich nicht arm in einen globalen Sinn, in der deutschen Realität aber sehr wohl. Kritik an den Lebensverhältnissen vieler Kinder in Deutschland hatte jüngst bereits eine Studie des UN-Kinderhilfswerks UNICEF geübt. Und auch wenn die Zahlen dieser Studie zum Teil zu Recht kritisiert wurden, wird nun einer der Hauptkritikpunkte der UNICEF durch die Ergebnisse der Volkszählung bestätigt: Es findet in der Deutschland keine effektive Bekämpfung von Kinderarmut statt.

UNICEF-Studie zur Kinderarmut zum Teil bestätigt

Denn der Wert von gut 15 % von Armut bedrohter oder in faktischer Armut lebender Kinder ist seit Anfang des Jahrtausends unverändert geblieben oder sogar leicht gestiegen – und das obwohl es ja in absoluten Zahlen weniger bedürftige Kinder gibt. Diese Bilanz einer Stagnation beschämt vielleicht noch mehr als die absoluten Zahlen. Denn sie bedeutet vor allem eines: Gesellschaft und Politik in Deutschland stehen dem Problem Armut bei Kindern ganz offensichtlich indifferent gegenüber. Und vielleicht ist dies einer der Gründe dafür, dass Deutschland immer ärmer an Kindern wird. Auf Wahlplakaten haben wir das Thema Kinderarmut jedenfalls in letzter Zeit nicht gesehen.

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