Bauwerk

Der Aachener Dom

Der Aachener Dom – Nordansicht

Der – Nordansicht

1. Der Aachener Dom – Hauptwerk der karolingischen Romanik

Der ursprünglich als Pfalzkapelle für Karl den Großen errichtete Aachener Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen und eines der wichtigsten deutschen Bauten der Romanik. Sein Vorbild hatte er in der Kirche San Vitale zu Ravenna, die unter Theoderich 525 gebaut und 547 unter Justinian vollendet wurde. Der von einem Sechzehneck umgebene gewaltige oktogonale Aachener Kuppelbau mit 31 m Höhe wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war rund 400 Jahre der größte freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Das Ensemble aus dem Dom und dem prächtigen Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und als zweites weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

, der „Leuchtturm Europas”, von den Franzosen „Charlemagne“ genannt, ließ den Dom erbauen. Sein Kern war sehr klar geplant und gebaut, und hat sich fast ganz so erhalten, wurde jedoch größeren Überbauungen unterzogen.

Die Mitte des Doms bildet ein hoher, achteckiger Bau, das „Oktogon”, über dem sich, von innen sichtbar, eine Kuppel wölbt. Um das Achteck herum liegt unten wie ein Umgang ein Sechzehneck, zwei Stockwerke hoch. Vor dem Turm, wo heute der Domhof liegt, gab es ein Atrium, einen umbauten Vorhof, der vor dem Eingang des Domes Platz zur Sammlung und für Zeremonien bot. Das Oktogon war mit einem flach-spitzen Dach gedeckt, die Anbauten mit Satteldächern und der Turm mit einem einfachen Helm.

Karl der Große, Karlsbüste, Domschatz, Aachener Dom

Karl der Große, Karlsbüste, Domschatz, Aachener Dom

Karl baute seine Kapelle als christliche Kaiserkirche, als sichtbares Zeichen für sein Bewusstsein von heiliger Macht und Verantwortung. Hier war der , an dem der Auftrag empfangen und Rechenschaft abgelegt werden musste, und das ganze ohne „Zwischenschaltung” des Papstes. Aachen wurde für das Reich die „heilige Mitte”.

Der zweifach achsensymmetrische Grundriss wurde bei Sakralbauten wegen der symbolischen Bedeutung der Zahl Acht gewählt. Sie steht meist für Vollkommenheit und göttliche Perfektion. Die Zahl Acht ist bereits in der Antike als herrscherliche und auch in außerbiblischen Religionen als heilige Zahl bekannt; auch andere in der Bibel wichtige Zahlen spielten beim Dombau eine Rolle.

2. Veränderungen des Baus durch die Jahrhunderte

In der Gotik wurde ein ganzer Kranz von verschiedenen Kapellen um den karolingischen Zentralbau gelegt. Der Stadtbrand von 1656 zerstörte alle Dächer des Doms, die 1664 ergänzt wurden.

Nicht alles was man heute im Dom sieht, entspricht dem Originalzustand. Der ursprüngliche Anblick wirkt sogar verfälscht. Auf die Pfeiler, die Bögen und den Boden wurde Marmor aufgelegt. Der Umgang unten und oben, die Wände und die Kuppel wurden mit Mosaiken ausgekleidet. Diese Ausschmückung ist erst ca. 100 Jahre alt. Die Pfeiler muss man sich grob, aus rauhem Stein gefertigt vorstellen, wahrscheinlich rot verputzt. Die Kuppel war jedoch auch zu karolingischer Zeit als Zeichen des Himmels golden, wahrscheinlich ausgekleidet mit byzantinischem Mosaik.

Der berühmte „Kaiserstuhl”, der Marmorthron Karls des Großen steht noch heute im Obergeschoss des Oktogons. 30 deutsche Könige „besaßen“ ihn in der Zeit zwischen 936 und 1531. Er ist, neben dem Altar der wichtigste Platz der Kirche.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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