Bauwerk

Burg Hornberg

1. Frühe Geschichte der Burg Hornberg

Die Burg Hornberg ist eine Ritterburg auf einem steilen Bergsporn über dem Neckartal oberhalb des Ortes Neckarzimmern zwischen Bad Wimpfen und Mosbach. Götz von lebte 45 Jahre auf Burg Hornberg, für die er sich schon als Jugendlicher begeisterte. Das zur Burg gehörende, nach Urkundenlage zweitälteste noch bestehende Weingut der Welt betreibt unterhalb der Burg auf Steilterrassen traditionellen Weinbau.

Die Burg wurde wahrscheinlich im 11. Jahrhundert gegründet; die erste urkundliche Erwähnung weist 1184 die Grafen von Lauffen als Eigentümer aus. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts gelangten die Herren von Dürn (Walldürn) in den Besitz der Anlage. 1259 verkauften die Herren von Hornberg die Burg an den Bischof von Speyer und 1263 verzichteten die Brüder Junker von Dürn zugunsten des Bischofs von Speyer auf ihre Rechte. Damit war das Hochstift Speyer Eigentümer der Burg Hornberg mit den dazugehörigen Dörfern Neckarzimmern und Steinbach. Die in der Folge häufig wechselnden Besitzer mussten sich von Speyer belehnen lassen. Bereits 1283 trat mit den Pfauen von Hornberg ein neues Geschlecht auf, das sich später Hornecke von Hornberg nannte.

Im Jahre 1330 sah sich Bischof Walram von Speyer (1328 bis 1336) aufgrund seiner starken Verschuldung gezwungen, die Pflege seines Hochstifts samt seiner Besitzungen dem Erzbischof von Trier anzuvertrauen. Dem Nachfolger Walrams, Gerhard von Ehrenberg, gelang es sehr schnell, die Schuld an Trier zu bereinigen, sodass bereits 1338 Burg Hornberg und alle anderen Besitzungen wieder in den Besitz des Bistums Speyer zurückkamen, das von nun an die Lehensherrlichkeit über die Burg sowie der dazugehörenden Dörfer Neckarzimmern und Steinbach bis 1803 innehatte.

Nachdem das Dorf Steinbach 1341 durch einen der Herren von Helmstatt, die im 14. und 15. Jahrhundert Burg und Dorf als Lehen hatten, befestigt worden war, erhielt Burg Hornberg als Schutzfestung eine besondere Bedeutung für das Bistum Speyer. Bis Mitte des 15. Jahrhunderts fungierte es als östliches Bollwerk des Hochstifts. Um 1430 ist überliefert, dass Pfalzgraf Otto die Hälfte der Burg Hornberg besaß und sie an Hans von Berlichingen verkaufte, der sie aber vermutlich später wieder verkaufte. Schließlich verkaufte Speyer die Burg Hornberg samt Neckarzimmern und Steinbach 1464 an Lutz Schott von Schottenstein. 1470 erhielt Schott auch das Lehen für seinen neuen Besitz. Schon 1474 jedoch eroberte Kurfürst von der Pfalz, Friedrich der Siegreiche, nach einem Zwist mit seinem Dienstmann Schott, die Burg Hornberg. Im Zuge der ‚bayerischen Fehde’ 1504 gelang es dem Sohn von Lutz Schott, Conz Schott von Schottenstein, den Hornberg sowie Neckarzimmern und Steinbach zurückzuerobern.

2. Götz von Berlichingen und die neuere Geschichte der Burg

1517 kaufte Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand, die Burg für 6500 Gulden von Conz Schott von Schottenstein und lebte auf dieser, zusammen mit seiner Familie, bis zu seinem Tod 1562. Götz benannte sich seitdem nach dieser Burg, führte den Namen „von Berlichingen zu Hornberg“ und begründete die Hornberg-Rossacher Hauptlinie.

Vom Bauernaufstand 1525 blieb Burg Hornberg verschont, da Götz von Berlichingen vorübergehend erzwungenermaßen Hauptmann bei den Aufständischen war. Wegen seiner Teilnahme am Bauernkrieg wurde er 1528 nach Augsburg bestellt und für zwei Jahre gefangen gesetzt. Erst nachdem er Urfehde geschworen hatte, den Bezirk von Hornberg nicht mehr zu verlassen, Schadenersatz zu leisten und keine Rache zu üben, wurde er freigelassen. Ein Anklageverfahren vor dem Bundestag des Schwäbischen Bundes endete kurze Zeit später mit einem bedingten Freispruch, die Urfehde wurde 1541 von Kaiser Karl V. aufgehoben.

Auf der Burg diktierte er seine Lebensgeschichte, die Johann Wolfgang von als Vorlage für seinen „Götz von Berlichingen“ diente. 1562 starb der „Ritter mit der eisernen Hand“ im Alter von 82 Jahren. Nach dem Tod von Götz ließ einer seiner Enkel, Philipp Ernst, ab 1573 die bereits zuvor begonnenen Um- und Erweiterungsbauten forciert durchführen und Verbesserungen an den Festungswerken vornehmen. Schon 1594 aber bewogen ihn finanzielle Schwierigkeiten und Prozesse bzw. Klagen, die seine Untertanen gegen ihn, bis hinauf zum kaiserlichen Gericht, führten, zum Verkauf an Hans Heinrich von Heußenstamm. Dieser erhielt sie 1602 auch zu Lehen und errichtete in der Vorburg das Bandhaus, auch Wingerthaus genannt.

Epitaph für Weigerich von Gemmingen und seiner Frau Benedicta auf Burg Hornberg

Epitaph für Weigerich von Gemmingen und seiner Frau Benedicta auf Burg Hornberg

1612 schließlich kaufte der kurfürstliche pfälzische Rat in Michelfeld, Reinhard von Gemmingen, Burg Hornberg mit Neckarzimmern und Steinbach. Bis heute ist, nunmehr in der zwölften Generation, mit Reichsfreiherr Dajo von Gemmingen-Hornberg die Burg Hornberg im Besitz dieser Familie. Unmittelbar nach dem Kauf verlegte die herrschaftliche Familie ihren Wohnsitz vom Berg ins neu errichtete Schloss im Tal. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage mehrmals besetzt und geplündert (1634, 1645) und im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689) von den Franzosen verwüstet und ausgeraubt. Jedoch war die Burg, obwohl nicht mehr dauerhaft bewohnt, bereits um 1700 wieder instand gesetzt.

Ab 1738 blieb die Burg bis Ende des 19. Jahrhunderts unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Schließlich ließ um 1780, in Abwesenheit des Burgherrn, ein Burgverwalter die vermutlich stark sanierungsbedürftigen Dächer abdecken und machte so den Hornberg zur Ruine. Das seitdem stark witterungsbedingtem Verfall ausgesetzte Schloss wurde im Zuge der Burgenromantik ab 1825 teilweise wieder instand gesetzt. Die abgegangenen Fachwerkaufsätze auf den Türmen und die Treppe im Bergfried wurden wieder aufgebaut, der auch ein neues Dach und neue Fenster erhielt. Der Turmpalas der unteren Burg wurde überdacht und eine Verwalterwohnung in der obersten Etage eingerichtet und seitdem zunächst von Verwaltern bewohnt.

Ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen. Heute ist die Burg Hornberg ein Hotel, umgeben von Weinbergen.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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