Stadt

Blaubeuren

Blaubeuren - Kloster

- Kloster

Blaubeuren liegt an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße sowie an der südlichsten Strecke der Deutschen Fachwerkstraße. Die Keimzelle der heutigen ist das um 1085 gegründete Benediktinerkloster. Dieses wurde nach einem ersten Gründungsversuch auf der Schwäbischen Alb bei Feldstetten an den Blautopf verlegt, beim bereits bestehenden Dorf „Beuren“ und einer älteren, Johannes dem Täufer geweihten Kapelle. Die Siedlung selbst entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten und wurde 1267 zur Stadt erhoben.

Nach verschiedenen Herrschaften (Grafen von Ruck/Pfalzgrafen von Tübingen/Grafen von Helfenstein) kam das Kloster sowie die Stadt 1447 an die Grafschaft Württemberg. Die Reformation wurde nach 1534 eingeführt, in dessen Folge das Kloster aufgehoben und in eine evangelische Klosterschule umgewandelt wurde, die im seit 1817 existenten evangelisches Seminar, einem altsprachlichen Gymnasium, fortbesteht.

Bis zum Ende des Alten Reiches (1806) war Blaubeuren Grenzstadt des Herzogtums und gleichzeitig Amtstadt (später Oberamt). Das Oberamt (vergleichbar einem Landkreis) existierte bis 1938. Bis ins 19. Jahrhundert war Blaubeuren auf die mittelalterliche Stadtmauer begrenzt. Erst langsam wuchs die Stadt nach Süden darüber hinaus. Die Ankunft der Eisenbahn 1868 (Ulm-Sigmaringen) und der Zementindustrie brachte einen gewissen Aufschwung.

Das Wappen Blaubeurens zeigt das sogenannte „Blaumännle“ – einen stehenden, blau gekleideten Mann auf goldenem Grund, mit grünem Kranz im Haar, mit den Händen je eine aufrechte, auswärts gekehrte schwarze Hirschstange haltend.

Markanteste Sehenswürdigkeit in Blaubeuren ist der , eine Karstquelle, aus der die Blau entspringt. Mit 21 Metern Tiefe ist der eine der tiefsten und größten Quellen in Deutschland, aus der zwischen 310 und 32.000 l/s strömen.

Als Klötzle Blei ist zum einen ein Berg in der Stadt und zum andern ein Bleiwürfel bekannt, der an diesem Berg angebracht ist. Bekannt ist der Begriff durch den Zungenbrecher: „’s leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura – glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei“ (vgl. Eduard Mörikes „Stuttgarter Hutzelmännchen“ mit der Geschichte von der Schönen Lau).

Hochaltar im Kloster Blaubeuren

Hochaltar im Kloster Blaubeuren

Direkt am Blautopf liegt das 1085 gegründete ehemalige Benediktinerkloster. In der Klosterkirche befindet sich ein sehenswerter Hochaltar von 1493 aus der Ulmer Schule, sowie ein gleichaltriges spätgotisches Chorgestühl von Jörg Syrlin dem Jüngeren. Blaubeuren hat eine sehenswerte Altstadt.

Im Blau- und Aachtal in der Nachbarschaft von Blaubeuren befinden sich mehrere Höhlen mit bedeutenden archäologischen Fundstellen eiszeitlicher Jäger und Sammler. Genannt seien die Brillenhöhle, der Hohle Fels (bei Schelklingen) und das Geißenklösterle. Funde und Grabungsergebnisse werden heute im Urgeschichtlichen Museum präsentiert.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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