Stilecht: Joseph Ratzinger tritt als Papst Benedikt 16. zurück

Bis zuletzt Joseph Ratzinger

Joseph Ratzinger und das Wahlkollegium© Getty Images

und das Wahlkollegium

Bis zuletzt Joseph

“Übergangspapst, “Hardliner”, “Papa Ratzi”; an Beinamen war Joseph Ratzinger in seiner Zeit als . nicht arm. Versucht man jedoch, die kurze Amtszeit dieses Papstes auf einen Nenner zu bringen, so war . immer vor allem eines: Joseph Ratzinger – durch und durch und bis zuletzt in seinem Rücktritt. Die “Erkenntnis” erscheint banal, und doch erledigt sie mit einem Schlag beinahe alle Verwunderung, die dieser , der ja zuvor als Joseph Kardinal Ratzinger kein Unbekannter war, während seiner Amtszeit hervorgerufen hat. Ratzingers Rücktritt – trotz der vielen Vergleiche mit Coelestin V. ( von Juli bis Dezember 1294) der einzige seiner Art – erscheint von dieser Warte aus nur folgerichtig.

Stilecht: Joseph Ratzinger tritt als 16. zurück

Vor seiner Wahl zum Papst war Joseph Ratzinger weder als Seelsorger, noch als Diplomat besonders in Erscheinung getreten, sondern – all dies im Gegensatz etwa zu seinem Vorgänger auf dem Stuhl Petri, Johannes Paul II. – als Theologe. Und im weiten Feld der katholischen Theologie beackerte der “einfache Arbeiter im Weinberg des Herrn” Joseph Ratzinger nicht irgendeine Parzelle, sondern die Königsdisziplin der Dogmatik (Glaubenslehre) samt religionsphilosophischem Unterbau. Karol Wojtyla hatte Ratzinger nicht zufällig 1981 zum Präfekten der Glaubenskongregation, der zentralen dogmatischen Institution der katholischen ernannt – er war schlicht der profilierteste Mann im Fachgebiet.

Das Vorhaben der

An der religionsphilosophischen Basis der Theologie ist man im Grunde genommen noch immer mit dem Vorhaben der mittelalterlichen Kirchenväter beschäftigt; der Verknüpfung von und Vernunft. Das ist und war immer auch Joseph Ratzingers Thema. Das Thema eines hochintelligenten, philosophisch denkenden Mannes, der – wie Ratzinger – aber eben auch “im Glauben” lebt. Dieses Mammutprojekt – für den Ungläubigen unmöglich zu denken – ist meilenweit entfernt von dem, was die (und nicht nur sie) schon so lange und noch immer hauptsächlich zusammenhält: die „einfache“ Art zu glauben, die man früher Volksfrömmigkeit nannte. Hierhin gehörte die Überzeugung von Joseph Ratzingers polnischem Vorgänger, das Ende seiner Amtszeit liege allein in Gottes Hand.

Selig sind, die nicht sehen

Für einen wie Joseph Ratzinger muss das schlicht gegen die Vernunft gehen und so hatte Benedikt XVI. keine Scheu, seine Amtszeit mit einem historischen Akt, der einen Präzedenzfall schafft, zu beenden. Dass der Rücktritt eines Papstes im Codex Iuris Canonici, dem zentralen kirchenrechtlichen Gesetzbuch, tatsächlich vorgesehen ist, ist erstaunlich. Uns dann auch wieder nicht; denn schließlich wird der nächste Stellvertreter Christi auf Erden auch wieder von gewöhnlichen Sterblichen (mit Kardinalshut) gewählt werden. Wie kann das eigentlich funktionieren?
“Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!”, sagt im Johannes-Evangelium zum “ungläubigen“ . Für die katholische Dogmatik und Joseph Ratzinger war es nie so einfach.

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  • Antonius Theiler geb. 1941

    „Und Sie bewegt sich doch nicht“(Die Kirche).

    Ursache ist die Quanta cura sie bezeichnete der Große Gregorovius als „Gordischen Knoten und als Absage an die menschliche Cultur“.

    Gregorovius »Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter« 8 Bde.
    Also ein Kenner der schwarzen Zunft.

    Eine Frage an Sie:

    „Sind Sie der Meinung, dass Meinungsfreiheit, Pressefreiheit
    und Religionsfreiheit wichtige Kriterien in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung
    sind?“

    Bejahen Sie es, können Sie kein Katholik sein. Sie sind eine
    der vielen Karteileichen. Nur der Mangel an religiöser Bildung lässt Sie das
    nicht erkennen. Sie sind, wenn Sie es bejahen exkommuniziert. – Doch Sie können
    nichts dafür! ! ! !

    Erklärung:

    Quanta cura 1864

    Eine Enzyklika von Papst Pius IX.

    Diese Sätze sind mit Unfehlbarkeit verworfen; denn das Urteil lautet:

    Alle u. jede der schlechten Meinungen u. Lehren, wie sie in
    diesem Schreiben erwähnt sind, verwerfen, ächten u. verdammen wir einzeln kraft
    Unserer Apost. Autorität, u. wollen u. befehlen, dass sie von allen Söhnen der
    kath. Kirche schlechthin als verworfen, geächtet u. verdammt angesehen werden’.

    Es verwirft (ohne den Grad der theol. Zensur zu nennen u.
    ohne Nummerierung) 16 Sätze:

    Die beste Ordnung der menschl. Gesellschaft verlange
    absolute Religions=, Kultus=, Gewissens=, Rede= und Pressefreiheit;

    Frevel gg. Die kathol. Religion seien nie zu ahnden, es
    währe denn um der öffentl. Ruhe willen. (Satz 1 – 3)

    Der Staat sei die Quelle alles Rechtes; vollendete Tatsachen
    als solche seien in der Politik rechtlich gültig, öffentliche Almosen seien zu
    untersagen, das Verbot knechtl. Arbeit an gewissen Tagen sei aufzuheben. (Satz
    4 – 6)

    Jeder Einfluß auf Erziehung u. Unterricht der Jugend sei dem
    Klerus zu enziehen. (Satz 7)

    Die Gesetze der Kirche verpflichten im Gewissen erst durch
    die staatl. Promulgation, (Satz 8) die Erlasse u. Dekrete der röm. Päpste in
    relig. u. kirchl. Angelegenheiten bedürfen der Bestätigung od. Zustimmung des
    Staates. (Satz 9)

    Der Kirchenbann gg. Die geheimen Gesellschaften gilt dort
    nicht, wo sie vom Staate geduldet sind. (Satz 10)

    Der Kirchenbann gg. Usurpatoren geistl. Rechtes u. Eigentums
    sei auf Ereichung eines rein weltl. Gutes gerichtet. (Satz 11)

    Die Kirche dürfe über den Gebrauch zeitl. Güter keine
    Gewissenspflicht auferlegen, (Satz 12) über die Verletzer ihrer Gesetze keine
    zeitl. Strafe verhängen, (Satz 13) das Eigentumsrecht an den Gütern der Kirche,
    relig. Genossenschaften u. anderer frommer Stiftungen sei dem Staate
    zuzusprechen. (Satz 14)

    Die kirchl. Macht sei nicht nach göttl. Rechte v. der bürgerlichen verschieden u. unabhängig. (Satz 15)

    Nur dogmat. Bestimmungen über Glaube u. Sitten, nicht aber
    andere Bestimmungen des Apost. Stuhles verpflichten im Gewissen. (Satz 16)

    Auszug aus Lexikon für Theologie und Kirche von Michael Buchberger 1912

    Ein gläubiger Katholik und Arisierer der Möhlstraße 21 fragte am 13.
    Dezember 1943 in einem Seelsorgegespräch Kaplan Dr. Hermann Josef Wehrle, ob
    das Wissen um die Vorbereitung eines Attentatplanes (Hitler) bereits eine Sünde
    sei. Wehrle verneinte dies nach Heranziehung des Lexikons für Theologie und
    Kirche für die Frage des Tyrannenmordes. Der Beichtvater wurde von Freisler zum
    Tod verurteilt, weil der gläubige Katholik sagte: „Hätte ich einen besseren
    Beichtvater gehabt, hätte ich es den Behörden gemeldet.“ Sie sehen, es ist
    gefährlich aus Michael Buchberger zu lesen. Um den Kreis zu schließen:
    Ratzinger war der Nachfolger von Dr. Wehrle
    in München. Doch es kümmerte ihn nicht, dass der Name dieses Verräters
    und Arisierer heute in der Pfarrei in der Ratzinger tätig war an Kirchentüre
    geehrt wird, er war ja adelig und das gestohlene Haus ist nur 250m von der
    Pfarrei entfernt.

  • Antonius Theiler geb. 1941

    Nach allem, was so die Heiligkeiten lieferten, noch Gedichte aus:

    http://www.payer.de/religionskritik/karikaturen132.htm
    In Kladderadatsch. — Jg. 23, Nr. 7, S. 27. — 1870

    Wen’ge, Söhnlein, bleiben nur,
    Als der Ausschuss der Natur,
    Wie der Syllabus uns lehrt,
    Die nicht sind verfluchenswert.
    Siehst du dir die Wen’gen an,
    Sicher, glaub ich, stimmst du dann
    Mit mir in den Hymnus ein:
    Ha, welch Glück verflucht zu sein!

    +100 Jahr

    Wer schaltet und wer waltet
    Allheut in dieser Republik?
    Nicht Anschela oder Minister,
    Auch nicht der hohe Bundesrat,
    Die Wirtschaft und die Banken
    Die kennen keine Schranken:
    Die Wirtschaft nimmt den Glauben,
    Die Bank nimmt dir das Geld!”
    Doch ärger als die Beiden
    Treibt es die Pfaffenzunft;
    Sie nimmt samt Geld und Glauben
    Uns gern auch die Vernunft!