Die Gedenkstätte Berliner Mauer wächst und wächst.

Bauen sie die Berliner Mauer wieder auf?

Bauen sie die Berliner Mauer wieder auf?

Bauen sie die wieder auf?

Kürzlich ging ich, wie immer, eine kleine Abkürzung zur Straßenbahn-Haltestelle. Plötzlich, direkt vor mir, ein Bauzaun, mitten auf dem ehemaligen Berliner Mauerstreifen. Nach einem Blick auf das Baustellenschild, nur ein Gedanke: Bauen sie die Berliner Mauer wieder auf?

Gedenkstätte Berliner Mauer wächst und wächst

Wie Sie bereits gemerkt haben, wohne ich in Berlin und zwar in der Nähe der Bernauer Straße, quasi direkt am ehemaligen Mauerstreifen zwischen Mitte (ehemals Ost) und Wedding (ehemals West). Wenn Sie schon einmal in waren, oder ohnehin dort leben, werden Sie die Bernauer Straße und die Gedenkstätte Berliner Mauer kennen; das berühmte Photo des flüchtenden DDR-Soldaten über die noch nicht “mauerbewehrte” Grenze ist hier entstanden.

Wird die Gedenkstätte zur neuen Berliner Mauer?

Die Gedenkstätte Berliner Mauer, von Anfang an durchaus großflächig angelegt, wird nun seit über drei Jahren erweitert; genauer gesagt, sie wächst und wächst. Man hat an einigen Stellen des mittlerweile mehrere Hektar großen Areals bereits den Eindruck, in eine Art historisches Disneyland geraten zu sein, inklusive teilweisem Wiederaufbau einiger Mauerabschnitte.

Gegenstück zum Holocaust-Mahnmal?

Für Touristen ist das eine schöne Sache, und da mit Gedenkstätten ja reichlich Erfahrung hat, ist die Ausstattung natürlich vom Feinsten. So weit, so gut; aber bei einem nationalen, steuerfinanzierten Großprojekt dieser Art muss man nach dem politischen Sinn fragen.
Und da beschleicht den aufmerksamen Betrachter das mulmige Gefühl, dass das Wachstum an dieser Stelle ein seltsames Gegenstück zum Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor bilden soll – gemeinsam mit dem Abriss des Palasts der Republik (sie wissen schon: dort, wo niemals das Berliner Stadtschloss wieder aufgebaut wird, weil es viel zu teuer ist) und einigen anderen Maßnahmen.

Die DDR wird wieder einmal abgewickelt – wozu?

Wie ist das gemeint? Nun, offenbar soll auf eine verquere Weise der historischen Verantwortung und Schuld Deutschlands, die das Holocaust-Mahnmal zum Ausdruck bringt, die Schuld, die das DDR-Regime auf sich geladen hat, entgegengesetzt werden. Das Absurde dabei ist natürlich, dass an der Ermordung von sechs Millionen Juden ja ganz Deutschland beteiligt war – und nicht etwa nur der Westen.

Man verstrickt sich also unversehens in die DDR-Staatslüge, dass mit der Gründung des SED-Staates plötzlich alle Staatsbürger zu Antifaschisten geworden waren.

Und: Sie bauen die Berliner Mauer wieder auf!

Das kann niemand wollen.

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