Stadt

Bad Buchau

Bad Buchau - Kirche und Schloss

- Kirche und Schloss

1. Allgemeines zu Bad Buchau

Das Federseestädtchen Bad Buchau ist aus einem alemannischen Adelssitz und einem karolingischen Frauenkloster hervorgegangen.

Neben dem adeligen und reichsunmittelbaren Frauenstift Buchau, das 770 auf einer Insel im gestiftet wurde, entstand im 13. Jh. eine kleine , der es 1320 gelang, die Reichsfreiheit zu erlangen. Das Stift wurde 1802 aufgehoben, die kam 1806 an Württemberg.

Die Besonderheit Bad Buchaus mit dem größten Oberschwabens ist die Verbindung zweier wertvoller natürlicher : und Thermalwasser. Die moderne Federseeklinik mit Kurzentrum und Adelindis-Therme sowie das Sanatorium sind Mittelpunkt des Kurbetriebes.

2. Das Stift Bad Buchau

Das Stift von Bad Buchau wurde bereits um 770 von Adelindis, der Gattin des fränkischen Gaugrafen Warin, gegründet. Die als schwäbische Volksheilige und Wohltäterin verehrte Adelindis gleichen Namens lebte um das Jahr 900. Sie war Gemahlin des Gaugrafen Hatto und hatte drei Söhne und eine Tochter, die ebenfalls Adelindis hieß. Nachdem ihr Gemahl aus einer Schlacht nicht wieder heimkehrte und ihre drei Söhne einer Bluttat zum Opfer fielen, trat Adelindis ins Buchauer ein, wo ihre Tochter Äbtissin war. Sie entfaltete eine segensreiche Tätigkeit, half Notleidenden und Bedrängten und erbrachte dem reiche Zuwendungen aus ihrem gräflichen Vermögen. Zu ihrem Gedächtnis wurde über Jahrhunderte im und später Stift alljährlich am 28. August das Adelindisfest gefeiert, wobei bis zu 4.000 Brotlaibe an die Armen des Federseegebietes verteilt wurden.

Die heutigen Stiftsgebäude gehen auf das 18. Jh. zurück. Der Neubau lag in den Händen der Baumeister Pierre Michel d’Ixnard und Johann Caspar Bagnato. Nach dem langen Bau (1704) im Süden entstand westlich der Kirche zunächst der zweigeschossige Kavaliersbau (1709) mit seinem klassizistisch ausgestatteten Spiegelsaal (1778).

3. Die Stiftskirche Bad Buchau

Die Stiftskirche Bad Buchau (Pfarrkirche St. Cornelius und Cyprian) war ursprünglich eine romanisch-gotische Basilika, 1773 bis 1776 von Pierre Michel d’Ixnard nach der Erweiterung des Stifts im strengen französisch-klassizistischen Stil umgebaut, gemischt mit oberschwäbischem Rokoko. Die Innenausstattung ist von den Farben Weiß und Gold dominiert.

Die Deckengemälde stammen von Andreas Brugger. Sie zeigen das Apokalyptische Lamm (im Chor), Marienkrönung und Stiftsgeschichte (im Schiff) sowie die christlichen Tugenden (an den Emporen). Als Brugger in Buchau arbeitete, stand er auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Die Stukkaturen wurden von Jakob Ruez und Johann Jakob Willibald Ruez gestaltet.

Der älteste Teil der Kirche ist die dreischiffige Krypta aus dem 10. Jh. mit dem Grab der als Volksheilige verehrten Adelindis; sie befindet sich unter dem Chorraum und gilt als der älteste erhaltene Kirchenraum Oberschwabens.

4. Der Federsee

Der Federsee bei Bad Buchau

Der Federsee bei Bad Buchau

An der Stadtgrenze Bad Buchaus liegt der Federsee, ein eiszeitlicher Schmelzwassersee, bei seiner Entstehung 30 km² groß, jetzt von nurmehr 1,4 km² Wasserfläche. Eine Besonderheit ist der 1,5 km lange Federseesteg, der durch den breiten Schilfgürtel und das Ried an einer Beobachtungsplattform im Federsee endet. Durch künstliche Füllung und Verlandung des Sees sank sein Niveau so ab, daß Buchau heute erhöht und vom Seeufer entfernt liegt.

Der Federsee ist Europa-Vogelreservat, das Federseebecken das größte und älteste Naturschutzgebiet Südwestdeutschlands. Es werden 260 Vogelarten gezählt und 100 Arten brüten hier. Seit 1920 finden Ausgrabungen in der Moorlandschaft statt, zahlreiche Funde sieht man im Federsee-Museum. Außerdem gibt es einen Moorlehrpfad. Auf den Mooren und Streuwiesen wachsen unzählige Orchideen.

Das Moor konservierte viele Gegenstände, die Aufschluss über die Lebensweise der Steinzeitmenschen in dieser Region geben. Unzählige Fundstücke von Gebrauchsgegenständen aber auch Kunstwerken geben Zeugnis vom Alltag der frühen Besiedler. Einzigartig sind Funde des ältesten, in Mitteleuropa erhaltenen Wagenrades oder keltischer Vogelköpfe.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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