Baschar al-Assad lässt in Syrien weiter töten, was aber hat er vor?

Assad und die Logik des Diktators

lässt in weiter töten, was aber hat er vor?

Beinahe ein Jahr ist vergangen, seit wir an dieser Stelle letztmals über Syrien berichteten. Noch immer sind – wenig überraschend – Baschar al-Assad und seine Junta an der Macht und noch immer lässt Assad Militär und Miliz auf Zivilisten und oppositionelle ex-Militärs schießen. Für eine mögliche Befreiung des Landes von Assad und seinem Clan gebe es keine schnelle Lösung, so urteilten wir damals und das vergangene Jahr scheint dem Recht zu geben. Anlässlich des Massakers von Al Hula, das zufällig auf einen neuen französischen Präsidenten im Parlaments-Wahlkampf trifft, wird derzeit wieder einmal viel geredet über Syrien, Baschar al-Assad und den UN-Sicherheitsrat. Die Frage aber, die sich jeder, der über ein Eingreifen von außen nachdenkt, stellen muss, vernimmt man in der Öffentlichkeit kaum: Was ist die Logik hinter Assads Handeln? Was hat er, mit Syrien vor, was bleibt ihm noch übrig?

Assad und die Logik des Diktators

Die Frage nach Assads Plänen für Syrien ist die Frage nach der Logik der . Die syrische Ausprägung dieser so oft zu Unrecht totgesagten Herrschaftsform, ist im Falle Syriens, anders als etwa in Gaddafis Libyen, weit weniger auf den , Assad, persönlich konzentriert. Das macht die Herrschaftsgeflechte undurchsichtig und tut ein Übriges, den “Westen” der Welt etwas weiter von der Illusion des schnellen Militärschlags abzuhalten, als anderswo. Dennoch gelten für Assads Handeln und seine verbliebenen Optionen die gleichen Grundsätze. Denn eines ist klar: Egal, was passiert; nichts wird in Syrien mehr so sein wie vor dem Moment, als viele Syrer unter Lebensgefahr begannen, sich gegen ihren und sein Regime zu erheben.

: oder ?

Das weiß Baschar al-Assad natürlich und er weiß auch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er noch einmal ein Jahr herrschend übersteht, von Tag zu Tag geringer wird. Unmöglich ist dies jedoch nicht und die Handlungen Assads lassen erkennen, dass er fest entschlossen ist, die eine Chance, an der Macht zu bleiben, die ihm bleibt, zu ergreifen. Das aber bedeutet, dass er mit Hilfe von brutaler Gewalt und blankem Terror das Land von einem autoritär-diktatorischen Staat in etwas verwandeln muss, dass nahe an der Definition der totalitären Diktatur heranreicht: Assad muss, einfach gesagt, aus Damaskus mindestens Teheran, wenn nicht schon beinahe Pjöngjang machen. Auch diese neue syrische Diktatur wird nicht ewig bestehen, aber Baschar al-Assad, und das kann man sich nicht oft genug vor Augen führen, hat aus seiner Sicht keine anderen Optionen.

Für diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, im Namen der Menschlichkeit zu sprechen, bleibt angesichts von Assads Syrien ehrlicherweise (also abgesehen von theoretischen Friedensplan-Konstrukten) nur die eine Entscheidung: Sieht man dem Morden weiter zu, oder macht man mit.

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