"Alternativlos" Unwort des Jahres 2010

Alternativlos ist das neue Basta

Alternativlos ist das neue Basta

2010: “Alternativlos”

“Alternativlos” lautet nach Ansicht der Jury des Vereins “Sprachkritische Aktion” das “Unwort des Jahres 2010″. Zur Begründung verwies Jury-Präsident Horst Dieter Schlosser auf den übermäßigen Gebrauch des Wortes in der Politik, die die Verdrossenheit der Bürger über ebendiese fördere. Alternativlos suggeriere “sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation” gebe.

Alternativlos ist das neue

“Alternativlos”, das klingt so schön diskursiv; nach Sachargument, gründlicher Prüfung und auch ein bisschen gelehrt mit seiner lateinischen Hälfte. Um es als schlichtes “Scheinargument” zu entlarven, hätten wir die Jury-Entscheidung nicht unbedingt gebraucht. Fasst man es allerdings als Symbol für die Debattenkultur der Ära Merkel auf, wird es interessant. Denn auch die neue Sachlichkeit benötigt – alternativlos – ihre rhetorischen Keulen, nur dass diese eben als Präzisionsinstrumente daherkommen. Unter Schröder hieß das anders: Alternativlos ist das neue Basta.

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