Stadt

Aachen

Aachen - Der Aachener Dom

- Der Aachener

1. Allgemeines zur

Aachen ist eine Kurstadt im Regierungsbezirk Köln mit einer Einwohnerzahl von ca. 260.000 (2005). Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1890 die 100.000er Grenze, wodurch Aachen zur Großstadt wurde.

Der Name der Stadt Aachen leitet sich aus dem altgermanischen Wort „Ahha“, sprich „Acha“, ab und bedeutet Wasser. Aachen war bis zur Erbauung des Aachener Doms vor allem wegen seiner Quellen bekannt, welche stark schwefelhaltiges, heißes Wasser an die Oberfläche bringen. Diesen Quellen wird zugeschrieben, dass sie Rheuma und viele andere Krankheiten heilen. Nicht zuletzt aus diesem Grund etablierte schließlich den zu einer bedeutenden Stadt. Die mittelalterliche lateinische Ortsbezeichnung „Aquisgranum“ bewahrt die Erinnerung an den römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus hinweist.

Aachen ist die westlichste deutsche Großstadt und zählt zu den Verdichtungsräumen des Landes. Sie liegt direkt an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden, etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nur nach Nordosten geöffneten Mulde am Fuß des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt beginnt.

Erstmalig wurde 1950 der renommierte Internationale der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.

2. Geschichte der Stadt Aachen

Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit, bereits in der Jungsteinzeit, besiedelt. Zwischen 3000–2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den 30 schwefelhaltigen, bis zu 74 Grad C. warmen Quellen, die aus einer Tiefe von 4000 m emporsteigen, und erbauten hier zwei große römische , die größten Römerthermen Westgermaniens. Sie befanden sich am „Büchel” und unter dem karolingischen Teil des Aachener Doms. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Die dienten v. a. den in Köln stationierten Legionären zur Erholung. Bis zu 6000 Legionäre sollen hier gleichzeitig gekurt haben. Die Römer blieben vom 1. bis zum 4. Jh. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert.

Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof (Aquis villa) und sorgte 765 für die erste schriftliche Erwähnung Aachens. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast und Kapelle, der so genannten Pfalzkapelle, ausbaute (heute der Aachener Dom). Wo der Palast sich befand, steht heute das Rathaus. Aachen ist Karls Stadt – er legte 768 den Grundstein für die bedeutende Geschichte dieser Stadt.

Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Eine weitere Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener Pfalzkapelle. Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, krönte sich hier zum . Karl der Große wurde am 28. Januar 814, wahrscheinlich im Vorhof der Kapelle, beigesetzt. Otto I. wurde in Aachen 936 zum ostfränkischen König gekrönt.
Die Stadt blieb für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige – bis 1531 wurden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen gekrönt, der letzte war Ferdinand I. Friedrich I. Barbarossa ließ Karl den Großen 1165 heilig sprechen. Ein Jahr später erhielt Aachen durch ihn die Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht und wurde freie Reichsstadt. Aus dieser Zeit stammt der Adler im Stadtwappen.

Ein erster Teil der Stadtmauer wurde ab 1171, der äußere Mauerring ab 1257 über hundert Jahre gebaut. Erst im 19. Jahrhundert wurde dieser von der städtischen Bebauung überschritten. 1248 fiel Aachen nach sechsmonatiger Belagerung an Wilhelm von Holland, der hier zum König gekrönt wurde. Die Tuchwalker, die der Stadt ihren wichtigsten Wirtschaftsfaktor bringen, werden erstmals 1258 erwähnt.

Das 16. Jahrhundert in Aachen war durch Religionskonflikte gezeichnet, viele der angesiedelten Protestanten wurden vertrieben oder sogar ermordet. 1656 zerstörte ein Brand das gesamte gotische Aachen. Die neu erbaute Stadt wurde zu einem der modernsten Badeorte Europas ausgebaut, das sogar Prominenz anzog.

Die Armeen der Französischen Revolution besetzten 1794 Aachen und vereinten es mit Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter wurden dabei nach Paris verschleppt. 1798 wurde Aachen zum Verwaltungssitz des am Niederrhein herrschenden Roerdepartements, im Jahre 1802 erstmals Bischofssitz. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Stadt in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Jülich-Kleve-Berg Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises. Die Stadt Aachen selbst wurde kreisfrei. Ab 1824 gehörte sie mit dem gesamten Regierungsbezirk zur Rheinprovinz.

1822 begann man mit dem Bau des Theaters und des Elisenbrunnens nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Das Theater wurde 1825 eröffnet, der Elisenbrunnen zwei Jahre später eingeweiht. Ein Aufstand der Arbeiterschaft 1830 wurde von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig niedergeschlagen. Die Einführung der Dampfkraft, vor allem in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen hatten zu den Unruhen geführt.

Das Löwensteinhaus in Aachen

Das Löwensteinhaus in Aachen

Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 fiel das westliche Aachener Hinterland mitsamt dem Kreis Eupen an Belgien. Aachen blieb elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt. Die Städteverordnetenversammlung wurde 1933 aufgelöst und die leitenden städtischen und staatlichen Beamten durch Mitglieder der NSDAP ersetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums wurden zerstört. Im Juli 1941 erfolgte der erste von fünf Luftangriffen. 1944 erfolgte eine Zwangsevakuierung von Aachen, das am 21. Oktober 1944 nach sechswöchigem Kampf (Schlacht um Aachen) als erste westdeutsche Stadt von den Alliierten eingenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzten als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Werwolf-Gruppe als Kollaborateur ermordet wurde. Aachen wurde zunächst von amerikanischen, dann von britischen und später von belgischen Truppen besetzt und 1946 dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.

3. Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören der von Karl dem Großen begonnene Dom, einer der wichtigsten deutschen Bauten der Romanik, und das gotische Rathaus mit seiner prächtigen Ausstattung.

Weitere wichtige Gebäude sind das Grashaus und das Haus Löwenstein, eines der wenigen Überbleibsel des gotischen Aachens. An vielen Stellen in der Stadt sind noch Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung zu finden, einschließlich des Pont- und des mächtigen Marschiertores. Im Ortsteil Burtscheid befindet sich die bedeutende Reichsabtei und die bedeutende barocke Pfarrkirche St. Johann.

Das Ensemble aus dem Dom und dem prächtigen Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und als zweites weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Bildquelle: Wikimedia Commons

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